Daimler tritt RFID-Standardisierungsgremium bei
- Gernot Goppelt
Die Daimler AG tritt nach eigenen Angaben als erster Automobilhersteller der Standardisierungsorganisation EPCglobal bei, die weltweite Standards für die Nutzung der RFID-Technik zu definieren. RFID (Radio Frequency Identification) steht für die automatische Identifikation mittels Funkwellen, die Erfassung und Speicherung von Daten am jeweiligen Objekt und wird dazu verwendet, Objekte auf ihrem Weg innerhalb der Lieferkette automatisch zu registrieren und zu verfolgen.
Aus Sicht der Daimler AG bietet die Technik das Potenzial, die gesamte Prozessqualität zu steigern und so Kosten einzusparen. Durch seine Mitgliedschaft will der Automobilhersteller die Anforderungen der Automobilindustrie frühzeitig in die Entwicklung eines Standards einbringen können.
Schon heute wird RFID in der Automobilindustrie eingesetzt, beispielsweise bei Materialversorgungsprozessen. Um die Technik jedoch auch im globalen Maßstab und über Unternehmen und Branchen hinweg nutzen zu können, sind weitergehende und allgemeingültige Standards notwendig. Das Netzwerk bietet Daimler eine geeignete Plattform, denn es trifft hier auf so unterschiedliche Branchen wie Logistik, Luftfahrt, Verteidigung, Chemie, Pharma, Konsumgüter, Handel, Bekleidung, Soft- und Hardwareindustrie etc.
Daimler hat bereits in verschiedenen Pilotprojekten im Bereich Ladungsträger-Management getestet, welche Möglichkeiten RFID bietet – so auch bei der Materialversorgung in der Getriebefertigung. In Zukunft will das Unternehmen die Vorteile von RFID noch weiter ausloten.
RFID ist übrigens nicht nur in der Produktion von Autos, sondern auch im Betrieb eine interessante Technik, die jedoch nicht unumstritten ist. So wurde zum Beispiel bereits 2004 in Südafrika ein Feldversuch durchgeführt, bei dem Nummernschilder mit der Technik versehen wurden. So wäre beispielsweise eine automatische Mauterhebung denkbar, Zugangskontrollen zu Garagen könnten automatisch erfolgen, oder Autoverleiher könnten Abholung und Abgabe der Autos automatisieren. Darum geht es Daimler mit seinem Engagement jedoch wohl nicht – Ziel der Mitgliedschaft bei EPCglobal ist schlicht die günstigere Produktion von Autos. (ggo)