Karmann hofft wieder auf Großauftrag
- Gernot Goppelt
Nach einem Bericht der Branchenzeitschrift „Automobilwoche“ macht sich der Osnabrücker Karosseriebauer Karmann Hoffnung, einen neuen Großauftrag zur Fertigung eines Komplettfahrzeugs zu bekommen. Davon habe der Betriebsrat die Belegschaft per Aushang informiert.
Karmann gilt nicht erst seit dem legendären Karmann Ghia als Spezialist für den Bau von Cabrios und Roadster, die das Unternehmen im Auftrag von großen Automobilherstellern fertigt. Aufgrund seiner Spezialisierung auf dieses Gebiet ist der Karosserie- und Dachspezialist jedoch stark von Großaufträgen abhängig. Erst Anfang Oktober hatte Karmann mitgeteilt, 1770 seiner rund 5000 Arbeitplätze an den Standorten Osnabrück und Rheine streichen zu müssen.
Karmann hat seit 1949 mehr als 3,3 Millionen Fahrzeuge gebaut. Dazu gehören außer dem Karmann Ghia Autos wie BMW Coupés, VW Porsche 914, VW Scirocco und Golf Cabrio. Aktuelle Modelle sind Chrysler Crossfire Coupé und Roadster, Mercedes CLK Cabriolet und das Audi A4 Cabriolet. Zudem ist das Unternehmen Systemlieferant für Dachmodule, Kunden sind zum Beispiel Nissan, Pontiac, VW und Renault.
Die große Anzahl deutscher Kunden lässt die Annahme zu, dass Karmann auf besonders gute Beziehungen zu diesen Unternehmen angewiesen ist. Zudem hat das Unternehmen bisher keine völlig neue Geschäftsfelder erschlossen, die Schwankungen bei Großaufträgen ausgleichen könnten. Als Zulieferer für Dachmodule steht es zudem in Konkurrenz zu Lieferanten wie Heuliez aus Frankreich, die sich mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen müssen – keine einfache Verhandlungsposition gegenüber den Automobilkonzernen. (ggo)