BMW will tausende Mitarbeiter entlassen
- Gernot Goppelt
Für viele BMW-Mitarbeiter beginnt die Weihnachtszeit mit einem Schrecken: Der Münchener Autobauer BMW will im kommenden Jahr offenbar 8000 Stellen abbauen, den Großteil davon in Deutschland. Um dies zu erreichen, will der Autobauer weniger Zeitarbeitern einsetzen und auf Altersteilzeit und Abfindungen setzen, wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Personalvorstand Ernst Baumann berichtet. BMW spricht heute offiziell nur von „mehreren tausend Stellen“. Grund sei die vergleichsweise schwache Rendite von BMW im Vergleich zum Konkurrenten Mercedes-Benz, berichtete das Magazin weiter. Schon im November hatte die Börse negativ darauf reagiert, dass die Gewinnmargen von BMW hinter den Erwartungen zurückblieben.
Der Großteil der Stellen soll in Deutschland wegfallen, Streichungen in den US-Werken sind nicht geplant. Wegen des ungünstigen Dollarkurses ist eher vorstellbar, dass BMW amerikanische Werke ausbaut, eine Überlegung, die jüngst auch General Motors für die Marke Opel angestellt hat. Einen Zusammenhang zu den EU-Plänen herzustellen, nach denen Automobilhersteller CO2-Abgaben abführen müssen, wenn ein Fahrzeug mehr als 120 g/km Kohlendioxid ausstößt, wäre im Moment Spekulation. Dass Norbert Reithofer den Stellenabbau genau zwei Tage nach Bekanntwerden der EU-Pläne ankündigt, könnte solchen Mutmaßungen jedoch Nahrung geben. Denn durch die EU-Pläne, sollten sie denn Realität werden, würde das Geschäft für Automobilhersteller der „Premium-Klasse“ noch schwerer, als es ohnehin schon ist.
Dabei darf man BMW bei der Entwicklung kraftstoffsparender Technik zu den Vorreitern in Deutschland zählen, schon jetzt steht der Automobilbauer mit seinen Spritsparmaßnahmen unter dem Schlagwort „Efficient Dynamics“ vergleichsweise gut da. Um auf diesem (teuren) Weg weiterzugehen zu können, sind wohl die Produktionskosten eine entscheidende Stellschraube. Bis 2012 will BMW seine Vorsteuer-Rendite auf acht bis zehn Prozent steigern. Da wäre beim derzeitigen Dollarkurs ein Ausbau von Werken wie Spartanburg/North Carolina nüchtern betrachtet nur konsequent. (ggo)