VW: Fast alle Modelle für E10-Kraftstoffe geeignet
- Gernot Goppelt
Die Diskussion um die Tauglichkeit vor allem älterer Benziner für die neuen E10-Kraftstoffe schlägt Wellen, die so schnell nicht abebben werden. Zwar versuchte der VDA, die Öffentlichkeit zu besänftigen und geht nur von wenigen betroffenen Fahrzeugen aus, doch nun geht es wohl erst richtig los: Die Automobilhersteller werden sich Zug um Zug äußern und in ihrem eigenen Interesse möglichst genau aufführen, bei welchen Autos die Kunden zukünftig Super Plus tanken müssen, weil diese den Ethanol-Anteil von 10 Prozent nicht vertragen.
Nun hat Volkswagen eine offizielle Liste der Fahrzeuge herausgegeben, die für E10-Kraftstoffe nicht geeignet sind. Zunächst einmal seien Fahrzeuge der Marke Volkswagen, bis auf wenige Ausnahmen, für den Betrieb mit den geplanten E10-Kraftstoffen geeignet. Eine Verwendung dieser neuen Kraftstoffe, die künftig nach neuer gesetzlicher Regelung bis zu 10 Prozent Ethanol enthalten können, sei somit problemlos möglich. Nach Plänen der Bundesregierung sollen diese neuen Kraftstoffsorten ab 1. Januar 2009 an deutschen Tankstellen angeboten werden.
Nicht geeignet sind VW zufolge die neuen Kraftstoffsorten Normal E10 und Super E10 für Fahrzeuge mit FSI-Motoren der ersten Generation. Dies betrifft einige Fahrzeuge der Modelle Lupo, Polo, Golf, Bora und Touran aus den Bauzeiträumen 2000 bis 2004, in Einzelfällen bis Mitte 2006. Diese Fahrzeuge müssen die Sorte Super Plus E5 tanken. Als Grund gibt der Hersteller an, dass kraftstoffführende Bauteile, insbesondere Kraftstoffhochdruckpumpen und Kraftstoffrails dieser Motoren, bei Einsatz der neuen E10-Kraftstoffsorten ausfallen können.
Eignern dieser Fahrzeuge entsteht aber laut VW kein Nachteil, da für diese Fahrzeuge ohnehin überwiegend der Einsatz von Super-Plus-Kraftstoffen vorgesehen ist. In dieser Hinsicht ist VW tatsächlich in einer günstigeren Lage als manch anderer Hersteller, da die FSI-„Magermotoren“ mit Schichtladung größtenteils auf Super Plus ausgelegt waren. Dennoch bleibt für einige Kunden die Frage offen, ob für sie das „größtenteils“ eben nicht gilt. Für sie stattet VW derzeit seine Händler mit Listen aus, aus denen genau hervorgeht, welcher Motor beim Kunden verbaut ist, und ob ein Umstieg auf Super Plus notwendig ist. (ggo)