Jeder vierte Autofahrer lehnt die Umweltzonen ab
- ssu
Etwas mehr als jeder vierte deutsche Autofahrer (27,1 Prozent) lehnt Umweltzonen und Feinstaubplaketten ab, wie sie seit Jahresbeginn in einer Reihe von Städten und Ballungsräumen eingeführt wurden beziehungsweise geplant sind. Dies ist ein Ergebnis der von der Sachverständigen- und Prüforganisation Dekra durchgeführten Umfrage unter rund 2400 Teilnehmern. Aus der Erhebung geht außerdem hervor, dass eine deutlichen Mehrheit der Befragten (62,4 Prozent) diese Maßnahmen akzeptiert. Jeder zehnte Antwortgeber (10,5 Prozent) war in dieser Frage unentschieden. Die Fragen konnten Besucher einer Dekra-Niederlassung in einer Stadt mit Umweltzone oder online beantworten, daher nimmt die Prüforganisation an, dass nahezu alle Antwortgeber bereits über eigene Erfahrungen mit den Umweltzonen verfügen.
Trotz der umfassenden Medienberichterstattung fühlen sich 40,4 Prozent (Frauen: 42,4 Prozent, Männer: 39,4 Prozent) der Befragten über Themen wie Feinstaubplakette und Nachrüstung nicht ausreichend informiert. Darüber hinaus ergab die Erhebung, dass 29,8 Prozent der Befragten bereits ein schadstoffarmes Auto besitzen – 7,0 Prozent denken über die Nachrüstung ihres Fahrzeuges nach. 26,8 Prozent der Umfrageteilnehmer beschreiben ihre Fahrweise als kraftstoffsparend. Außerdem steigen 12,7 Prozent häufiger auf öffentliche Verkehrsmittel um.
Berichte in der regionalen Presse zum Thema decken sich nicht immer mit dem von der Dekra eingefangenen Stimmungsbild pro und contra Umweltzonen: So beklagte ein Vertreter des ADAC gegenüber der Esslinger Zeitung, dass die Grenzen der zum 1. März eingeführten Stuttgarter Umweltzone (Karte als 4,3 MByte großes PDF zum Download) willkürlich gezogen worden seien, vier Park-and-Ride-Plätze seien ohne Plakette nicht zu erreichen. Umweltzonen hätten eine reine „Alibifunktion“, wettert der ADAC. Dem Automobilclub zufolge sind Autos mit gerade einmal neun Prozent am Feinstaubaufkommen beteiligt. (ssu)