Ferdinand Piëch: Das 1-Liter-Auto kommt spätestens 2011

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Von
  • Gernot Goppelt

In einem Interview, das die Illustrierte Stern mit dem VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch und seinem Cousin Wolfgang Porsche geführt hat, weckt Piëch Hoffnung auf sparsame Autos: Noch in diesem Jahrzehnt oder vielleicht 2011, so Piëch, wird es ein neues 1-Liter-Auto zu kaufen geben. Zudem gehe er davon aus, dass es spätestens nächstes Jahr neue Dreiliter-Autos geben wird.

Das Gespräch, in dem eine Woche vor der VW-Hauptversammlung auch Themen wie das VW-Gesetz, das Verhältnis zum VW-Betriebsrat oder die Machtverhältnissen zwischen VW und Porsche zur Sprache kommen, bietet zum Abschluss Unerwartetes: Auf die Frage an Piëch, ob er noch einen technischen Traum habe, den er gern in einem neuen, großen Konzern verwirklicht sehen würde, sagt er: „Also, ich hätte gerne noch einen kleinen, wertvollen Motorradhersteller drin“.

Eine Verwirklichung dieses Traums könnte auch für einen Automobilhersteller wie VW oder Porsche Vorteile haben: Innerhalb der Branche wird mittlerweile offen ausgesprochen, dass mehr kleine Autos benötigt werden, um zukünftige Anforderungen an den Flottenverbrauch erfüllen zu können – ganz abgesehen von den Nöten der Autofahrer, für die der Spritverbrauch ein immer wichtigeres Kaufkriterium wird. Gerade bei den Planungen für ein 1-Liter-Auto wäre es von Vorteil, gemeinsame Antriebskomponenten für Autos und Motorräder verwenden zu können – nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch, um höhere Stückzahlen zu erreichen, ohne von außen zukaufen zu müssen.

Gedankenspiele dieser Art wären zumindest nicht ohne Vorbilder: Von BMW ist bekannt, dass ein technischer und personeller Austausch zwischen der Auto- und Motorradsparte bereits heute stattfindet. Und Opel-Vorstand Hans Demandt hatte im Februar in einem Interview mit der Zeitschrift Auto, Motor & Sport gesagt, dass herkömmliche Ansätze für sparsame Einstiegsmodelle zukünftig nicht unbedingt zielführend seien. Es seien durchaus Kooperationen denkbar, um motorradähnliche Antriebsstränge in Verbindung mit einem Heckantrieb einzusetzen. Dem Vollblutingenieur Ferdinand Piëch wäre es wohl lieber, diese Kompetenz im eigenen Hause zu haben.

Der Titel des Interviews, das im Stern vom 17. April erscheint, lautet „Wir drehen ein großes Rad“. Das Zitat stammt von Wolfgang Porsche, man würde es aber auch Ferdinand Piëch abnehmen. Diese Aussagen dagegen stammen garantiert von ihm: Ab 2009 gibt es das 3-Liter-Auto, spätestens 2011 das 1-Liter-Auto. (ggo)