Smart: Geschlossener Partikelfilter verzögert sich

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Von
  • Gernot Goppelt

Noch im Juli hatte Daimler angekĂĽndigt, den Smart Fortwo cdi ab Anfang Oktober mit einem geschlossenen Partikelfilter liefern zu wollen. Nun muss sich das Unternehmen korrigieren und den Erscheinungstermin verschieben.

Bei Veröffentlichung seiner Auto-Umweltliste 2008/2009 teilte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) heute in einer Pressemeldung mit, dass man dem Smart cdi „nachträglich disqualifizieren“ musste, nachdem er in der Druckfassung des Berichts bereits auf Platz 3 gestanden hatte. Erst nach Drucklegung habe Daimler mitgeteilt, dass sich die Auslieferung wegen technischer Probleme mit dem Filter ins nächste Jahr verschiebe.

Bereits in der Vergangenheit war Daimler vorgeworfen worden, nur einen „offenen“ statt eines „geschlossenen“ Filter einzusetzen. So hatte die Deutsche Umwelthilfe Daimler 2006 wegen irreführender Werbung verklagt, weil der Partikelfilter im Smart nicht vollwertig sei. Offene Partikelfilter können tatsächlich nur einen Teil der Partikel ausfiltern, zwischen 30 und 70 Prozent Abscheidegrad variieren die Angaben – die freilich bei Nachrüstfiltern in der Vergangenheit nicht immer stimmten. Bei geschlossenen Filtern wird der Ruß dagegen eingelagert, bis ein bestimmter Füllgrad erreicht ist. Die Motorsteuerung leitet dann einen veränderten Verbrennungsprozess ein, der zu höheren Abgastemperaturen führt und den Ruß im Filter verbrennt. Das filtert die Rußpartikel fast vollständig aus, ist aber technisch aufwändiger und erfordert unter anderem eine ausgeklügelte Anpassung der Motorsteuerung.

Denn wann der Ruß im Filter verbrannt werden muss, hängt auch vom Fahrprofil und den äußeren Bedingungen ab. Während im Langstreckenbetrieb größerer Dieselfahrzeuge zumindest ein Teil des Rußes ohne Eingriff durch die Motorsteuerung abbrennt, ist im Kurzstreckenbetrieb „der Filter schneller voll“. Mit anderen Worten: Viel Stadtbetrieb und dann vielleicht noch niedrige Außentemperaturen wie im Winter machen einige häufige Filterregeneration notwendig, die jeweils etwas Mehrverbrauch verursachen. Im Falle des Smart würden häufige Regenerationsphasen die Verbrauchsbilanz also mehr verhageln als zum Beispiel bei einem Passat TDI im Autobahnbetrieb.

Auf unsere Nachfrage bei Daimler, warum der Serienstart verschoben werden muss, nannte ein Sprecher weiteren Entwicklungsbedarf bei der Motorapplikation, was das Zusammenspiel mit dem Rußfilter betrifft. Details konnte er nicht nennen, doch immerhin einen wahrscheinlichen Termin für die Serienreife. Im 1. Quartal 2009 sei es dann soweit, bis dahin möchten die Mercedes-Entwickler die Winterzeit nutzen, um die Funktion des Partikelfilters zu optimieren. (ggo)