Entscheidung über Rettungsplan für US-Autobauer rückt näher

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Von
  • Gernot Goppelt

Angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen, so berichtet die New York Times, sind Kongressabgeordnete der Demokraten nun bereit, einen kurzfristigen Rettungsplan für die amerikanischen Autobauer zu ermöglichen. Wahrscheinlich sollen die finanziellen Mittel demnach von den 25 Milliarden Dollar abgezweigt werden, die eigentlich für die Entwicklung spritsparender Autos vorgesehen waren. 533.000 Arbeitsplätze sind in den USA allein im November verlorengegangen.

Nach dem Willen der demokratischen Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, geht es allenfalls um eine kurzfristige Hilfe für den Zeitraum, in der die Automobilindustrie drastisch umgebaut werden müsse. Die Automobilindustrie müsse sich dabei unter strenge Regierungsaufsicht begeben, um sicherzustellen, dass die Gelder zweckgemäß eingesetzt werden.

Nach derzeitigem Stand sollen „Notkredite“ in Höhe von 15 Milliarden Dollar für die Autobauer bereitgestellt werden. Nancy Pelosi kündigte eine Abstimmung im Repräsentantenhaus für die nächste Woche an, in der über das Rettungspaket entschieden werden soll. Dabei wird sich zeigen, ob die Demokraten die Forderung der Republikaner mittragen, dass keine Gelder aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket abgezweigt werden, das eigentlich für die Banken vorgesehen ist. Angesichts der Relation von 15 zu 700 Milliarden zeigt sich aber recht deutlich, dass es nicht nur um Geld geht. Besonders bei den Republikanern sitzt das Misstrauen nach wie vor tief, ob vor allem GM und Chrysler überhaupt noch zu helfen ist. Selbst Noch-Präsident Bush äußerte die Befürchtung, dass mindestens einer der drei Autokonzerne die Wirtschaftskrise nicht überleben werde.

Für viele Beobachter stellt sich weiterhin die Frage, ob kurzfristige Hilfen alte Fehler noch ausgleichen können. GM-Aufsichtsrat George Fisher sagte diese Woche in einem Interview, GM sei mit Hybridfahrzeugen spät dran gewesen, eine Erkenntnis, die GM-Manager Bob Lutz übrigens schon 2005 in den Detroit News aussprach. „Und warum?“ so Fisher: „Wir trafen wirtschaftliche Entscheidungen und keine Marketing-Entscheidungen“. Angesichts der derzeitigen Situation wird sich wohl manch ein Hybrid-Skeptiker fragen, ob das gelegentlich gescholtene „schlaue Marketing“ von Toyota vor einigen Jahren nicht der bessere Weg war. So war der Prius bestimmt nicht perfekt, hat aber sicher geholfen, eine Menge Know-how für die Zukunft aufzubauen. (ggo)