Schwacher Export: Deutsche Autobauer drosseln Produktion

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Von
  • Gernot Goppelt

Wie der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) gestern meldete, sind die deutschen Automobilbauer dabei, ihre Produktion der schwachen Nachfrage auf dem Weltmarkt anzupassen. Im Dezember wurden 275.000 Pkw hergestellt, das sind 22 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr 2008 sank die Produktion um 3 Prozent auf etwa 5,5 Millionen Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge betrug 2008 knapp 3,1 Millionen, gut 2 Millionen stammen von deutschen Automobilherstellern. Etwa 4,1 Millionen Pkw exportierten die deutschen Hersteller laut VDA 2008, insgesamt wurden also deutlich mehr Autos verkauft als produziert.

Zwar sind die deutschen Hersteller etwas weniger von der Krise betroffen als andere – sie konnten zumindest Marktanteile in einigen Ländern gewinnen. In Westeuropa stieg der Anteil deutscher Autos bei den Neuzulassungen um 0,7 Prozent, in China um 0,1 Prozent, in Russland um 1,5 Prozent. Auch in den USA stieg ihr Anteil um 1 Prozent, demgegenüber stehen aber deutliche Rückgänge in absoluten Zahlen. Die Aussichten für die nächsten Monate sind nicht besonders gut: Die Auftragseingänge aus dem Ausland gingen im Dezember um 32 Prozent zurück, im Inland waren es 21 Prozent weniger. Der VDA bezeichnet die Zahl der Auftragseingänge als die niedrigsten seit den 1980er-Jahren. Das lasse auf ein sehr schwaches Neuzulassungsgeschehen zu Beginn des Jahres 2009 schließen. Der Verband fordert deshalb von der Politik wieder einmal, klare Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zu stabilisieren und deren Kaufbereitschaft zu stärken. (ggo)