Staat will Opel-Vermögen schützen – GM steht vor der Insolvenz

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Von
  • Gernot Goppelt

Die Bundesregierung will Opel über ein Treuhandmodell mehr Zeit für Verhandlungen mit Investoren geben. Allerdings müssen offenbar etliche Details noch geklärt werden. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte heute in Berlin nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung von Union und SPD, Voraussetzung für ein solches Modell sei, dass mindestens ein Interessent ein tragfähiges Konzept vorlege. Aus den Städten mit Opel-Werken kamen positive Reaktionen auf eine „vorübergehende treuhänderische Übernahme von Opel Deutschland durch den Bund“. Nur so könne eine Zukunft der Opel-Standorte in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern gesichert werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Wirtschaft warnte jedoch vor einer Einmischung des Staates in unternehmerische Entscheidungen.

Mit dem Treuhandmodell soll Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden. Opel beschäftigt an vier Standorten in Deutschland insgesamt rund 25.000 Menschen. Es sei nicht zu erwarten, dass es bereits bis Ende Mai konkrete Vereinbarungen eines Investors mit GM gebe, erklärte Guttenberg. Seien jedoch klare Zukunftsperspektiven für Opel absehbar, wolle die Regierung dem Unternehmen und dem möglichen Investor Spielraum für die Verhandlungen geben. So solle auch ein Verschleudern von Steuergeld verhindert werden.

Die Zeit drängt: Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen muss das Treuhandkonzept spätestens Ende kommender Woche stehen. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) rechnet derweil mit einem Gang in die Insolvenz. „Das ist wahrscheinlich“, sagte GM-Chef Fritz Henderson am Donnerstag in einem TV-Interview der US-Wirtschaftsagentur Bloomberg. Ende Mai läuft ein Ultimatum von US-Präsident Barack Obama ab. Bis dahin muss GM einen tragfähigen Rettungsplan vorlegen. (dpa) (ggo)