Keine Fahrverbote in Köln
In Köln wird es kein Fahrverbot geben. Stattdessen sollen Radverkehr und ÖPNV gestärkt werden
In Köln sollen künftig weniger Autos fahren.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Axel Hartmann)
- dpa
Um die Luftqualität in der größten Stadt von Nordrhein-Westfalen trotzdem zu verbessern, verständigten sich die Stadt Köln und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) aber am Mittwoch (17. Juni 2020) auf ein Paket von Maßnahmen, die den Autoverkehr auch ohne Verbote spürbar reduzieren sollen.
Parken wird teurer
Dazu gehören höhere Parkgebühren. In der Innenstadt steigt die Gebühr auf vier Euro pro Stunde. Sobald die Messe und die Lanxess-Arena ihren Betrieb wieder voll aufgenommen haben, sollen auch im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz die Parkgebühren von aktuell 1,50 Euro pro Stunde auf vier Euro angehoben werden.
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Auf den Kölner Ringen, der Nord-Süd-Fahrt und auf Hauptrouten in den Stadtteilen sollen dieses und nächstes Jahr zudem Radfahrstreifen angelegt werden. Für die Stadtbezirke sollen Radverkehrskonzepte und Fahrradstraßennetze erarbeitet und umgesetzt werden. Außerdem ist der Bau von fünf vollautomatisch betriebenen Bike-Towern mit je 120 Fahrradabstellplätzen vorgesehen.
200 Elektro-Ladesäulen werden installiert, darunter 20 Prozent Schnell-Ladesäulen für E-Fahrzeuge. Außerdem soll untersucht werden, ob im Stadtzentrum zwischen den Ringen und dem Rhein Tempo 30 eingeführt werden sollte. „Deutlich weniger Autos, dafür mehr Bus, Bahn und Fahrrad“ würden die Folge der Maßnahmen sein, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe.
Ende des Auto-Vorrangs?
Köln gilt traditionell als eine Stadt, in der der Autoverkehr Vorrang hat. Es gibt riesige Verkehrsschneisen mitten durch das historische Stadtzentrum, berüchtigt ist die noch von den Nazis geplante Nord-Süd-Fahrt. Potenziell reizvolle Plätze sind Verkehrsinseln (Neumarkt) oder dienen als Parkraum (Brüsseler Platz). In den vergangenen zehn Jahren hat der Radverkehr zwar massiv zugenommen, doch Radwege enden allzu oft im Nichts. Auf vielen Straßen parken Autos in zweiter Reihe auf den Radwegen. Oder die Radwege befinden sich zwischen Fahrbahn und Autoparkplätzen mit erhöhter Unfallgefahr.
Die neuen Regelungen kommen auf juristischen Druck hin zustande. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte geurteilt, dass für mehrere Kölner Straßen Fahrverbote verhängt werden müssten, um die Luftqualität zu verbessern. Dagegen war das Land am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in Revision gegangen. Das hat sich nun erledigt.
(mfz)