Napsters Erben ohne kommerzielle Zukunft
Napster-Alternativen haben der ursprünglich größten MP3-Tauschbörse schon längst den Rang abgelaufen: Morpheus, Audiogalaxy oder Gnutella und deren Varianten verzeichnen inzwischen mehr mehr Downloads als Napster zu seinen besten Zeiten.
Napster-Alternativen haben der ursprünglich größten MP3-Tauschbörse schon längst den Rang abgelaufen: Morpheus, Audiogalaxy oder Gnutella und deren Varianten verzeichnen inzwischen mehr Downloads als Napster zu seinen besten Zeiten.
Gemäß den Download-Statistiken von CNets Download.com wurden der Audigalaxy Satellite seit seiner Veröffentlichung mehr als 24 Millionen mal heruntergeladen, Musiccitys Morpheus immerhin 18 Millionen mal, berichtete John Borland im Internet-Dienst CNet.
Im Unterschied zu den P2P-Pionieren Napster oder Scour, zielten die "neuen" Tauschbörsen wie Morpheus, Audiogalaxy oder Aimster von Beginn an auf kommerzielle Erträge ab – allerdings nur mit mäßigem Erfolg.
Zwar verzichten die meisten Tauschbörsen fast gänzlich auf zentrale Strukturen, sodass mit ihrem Betrieb nur geringe Kosten verbunden sind – beispielsweise betreibt Johnny Deep, Gründer der Tauschbörse Aimster, seinen Dienst auf den heimischen Computern – in dem meisten Fällen bringen die eingeblendeten Banner der werbefinanzierten Software ("Adware") aber nicht den gewünschten kommerziellen Erfolg. Zudem müssen die Betreiber jeden Moment mit Klagen seitens der Musikindustrie rechnen: Bei Urheberrechtsstreitigkeiten stehen meist Streitwerte in Millionenhöhe zur Debatte.
Nach Ansicht der Analystin Kelly Truelove sollte sich der Umsatz auch bei kostenlosen Musiktauschbörsen dennoch relativ leicht steigern lassen. Es sei allerdings kaum wahrscheinlich, dass sie jemals hochprofitabel arbeiten können, so Truelove gegenüber CNet. Tatsächlich wäre Musiccitys Morpheus mit zwischen täglich knapp 600.000 Anwendern beispielsweise eine ideale Promotion-Plattform für Künstler und Musiklabel, würden nicht ständig Klagen seitens Musikindustrie drohen. Um laufende Kosten zu decken, halten sich Napster und Audiogalaxy mit dem Verkauf von T-Shirts oder Postern über Wasser. Letzteres Unternehmen versucht seine Anwender mit einem kommerziellen Angebot (2,95 US-Dollar/Monat) zu ködern, bei dem Audiogalaxy stabilere Downloads und schnellere Zugriffe auf das freie Musikangebot verspricht. (vza) / (wst)