Zweiter Anlauf in England: Ă–ffentliche Tests mit dezentraler Corona-App beginnen

Eine automatische Kontakt-Nachverfolgung kann viel effizienter sein als eine manuelle – aber erst einmal müssen die Programme dafür richtig funktionieren.

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Zweiter Anlauf in England: Ă–ffentliche Tests mit dezentraler Corona-App beginnen

(Bild: View Apart / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Charlotte Jee

Die überarbeitete App für das Nachverfolgen von Coronavirus-Kontakten in England ist endlich für öffentliche Tests freigegeben worden – nachdem die vorherige Version wegen technischer Probleme scheiterte. Das neue Programm wurde vergangene Woche Bewohnern der Isle of Wright verfügbar gemacht, laut dem britischen Gesundheitsministerium soll bald der Londoner Bezirk Newham folgen.

Dies ist Großbritanniens zweiter Versuch, eine Corona-App einzuführen. Der erste Anlauf scheiterte in diesem Juni, nachdem sich gezeigt hatte, dass die App auf iPhones nicht richtig funktionierte, was zur Erkennung von nur 4 Prozent der Apple-Geräte führte. Daraufhin stieg die Regierung von ihrem eigenen zentralen System auf die dezentrale API von Apple und Google um, die diese Probleme nicht hat.

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Jedoch tun sich die Entwickler noch schwer damit, die Zahl der Fälle zu verringern, bei denen per Bluetooth fälschlich eine Entfernung von weniger als zwei Meter zwischen Personen ermittelt wird, berichtet die BBC. Wann die neue App für alle Bewohner Englands verfügbar wird, ist derzeit offen. Andere Länder in Großbritannien – Wales, Schottland und Nordirland – entwickeln sämtlich eigene oder haben das schon getan.

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Das Prinzip ist das gleiche wie bei den meisten Apps zur automatischen Kontakt-Benachrichtigung – mit Hilfe von Bluetooth-Signalen wird festgestellt, wann sich Menschen in unmittelbarer Nähe zueinander befanden. Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, gibt das in das System ein, und alle Personen, die Kontakt mir dem Infizierten hatten, werden darauf hingewiesen. Bei der App für England gibt es zusätzlich die Möglichkeit, QR-Codes zu scannen, um sich beim Betreten von Restaurants oder Bars anzumelden. Wenn dort später Infektionen festgestellt werden, können die Nutzer darüber informiert werden.

Die meisten Länder arbeiten immer noch mit manueller Kontakt-Nachverfolgung per Telefon statt mit Apps. Doch damit lassen sich nur Personen informieren, die sich gegenseitig kennen oder ihre Kontakt-Daten ausgetauscht haben. Die große Hoffnung bei Apps ist, dass sie auch Kontakte unter völlig Fremden nachvollziehbar machen – zum Beispiel während einer Fahrt in Zug oder Bus. Um von früheren Fehlern zu lernen, hat Großbritannien bei Ländern um Rat gefragt, die wie Deutschland schon erfolgreich eine App eingeführt haben.

(sma)