Was bringen "lernfähige" Navis?

Die neueste Generation von Mobilnavis macht ihre Routenempfehlungen auch von Nutzererfahrungen abhängig. Halten das Falk F10 und das TomTom Go 740 Live mit "IQ Routes", was sie versprechen?

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  • mn
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Haar, 9. März 2009 – Selbst Mobilnavis der ersten Generationen können durchaus befriedigend den Weg weisen, sie sind aber aufgrund ihres statischen Datenbestands ziemlich unflexibel. Da halfen zunächst auch TMC und TMCpro wenig, weil diese „Stauvermeider“ manchmal erst anschlugen, wenn man sich schon im Gewühl verfangen hat – manch ein Autofahrer verzichtet daher bewusst auf diese Helfer. Doch die Hersteller von Mobilnavis lassen sich einiges einfallen, um auf andere Weise die Routenführung zu verbessern – und zwar nicht nur zur Stauvermeidung. Einer der neuesten Trends bei Mobilnavis besteht darin, sie mit den Erfahrungen der Nutzer zu speisen. Die Grundidee ist es, Erfahrungen der Nutzer-Community zu nu nutzen, weil die Besitzer eines solchen Geräts zum Beispiel „Schleichwege“ oder auch einmal zeitsparende Umwege kennen, die im statischen Kartenmaterial so nicht hinterlegt sind. Hier wird also der im Internet längst gängige Community-Gedanke ganz praktisch umgesetzt. Wir wollten wissen, ob sich das Verfahren lohnt und haben zwei Geräte gestestet: Falk nennt sein System ganz profan „lernendes Navi“, bei TomTom heißt die Technologie „IQ Routes“.

Prinzipiell arbeiten beide Geräte ähnlich: Während der Fahrt erstellen die Navis automatisch für jede Strecke Geschwindigkeitsprofile. Dabei wird festgehalten, wie schnell das Auto tatsächlich vorankommt. Herkömmliche Karten berücksichtigen dagegen allein die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf einer Straße. Mithilfe der Geschwindigkeitsprofile sollen nun auch Verzögerungen durch Ampeln, Kreisverkehre oder erhöhtes Verkehrsaufkommen mit in die Routenberechnung einfließen. Einbezogen wird dabei nicht nur der Wochentag, sondern auch die Uhrzeit, da viele Strecken zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich stark befahren sind.

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Unsere Testkandidaten: Das TomTom Go 740 Live und das Falk F10

Schließt der Nutzer seinen Lotsen dann zu Hause an den Computer an und verbindet ihn über ein Programm mit dem Server des Anbieters, werden – mit Einverständnis des Anwenders – diese Streckenprofile anonymisiert übertragen. Anschließend werden sie mit den Daten anderer User abgeglichen und auf Plausibilität kontrolliert. Fällt die Überprüfung erfolgreich aus und verspricht eine Route tatsächlich ein schnelleres Vorankommen, wird diese über das nächste Update allen beteiligten Nutzern zugänglich gemacht.