Skoda Karoq: Vergrößerter Basis-Diesel
Skoda ersetzt im Karoq den Basis-Diesel: Statt des 1,6 TDI wird nun der 2.0 TDI eingebaut. Die Leistung blieb identisch, Veränderungen gibt es aber im Detail.
(Bild: Skoda)
Der Grund für die Umstellung liegt auf der Hand: Der 1,6 TDI war der letzte Motor im Karoq, der nur die Abgasnorm Euro 6d Temp erfüllte. Mit der Umstellung auf die Euro 6d hat Skoda sich hier viel Zeit gelassen, schließlich müssen Autos damit bis Ende 2020 erstmals zugelassen sein. Der neue Motor, der anderswo im Konzern schon eingesetzt wird, erfüllt die Euro 6d-ISC-FCM, die ab Januar die Mindestanforderung ist. Die nächste Verschärfung bekommt die Bezeichnung Euro 7 und ist derzeit in ungewöhnlich heftiger Diskussion.
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Für die Kunden ändert sich auf den ersten Blick wenig: Die Leistung von 85 kW (115 PS) bleibt identisch, die mögliche Endgeschwindigkeit steigt minimal – vermutlich wird das für die Mehrheit der Basis-Diesel-Käufer nicht ganz so relevant sein. Unverändert bleibt auch die Auswahl der Getriebe, allerdings bekommt derjenige, der das Sechsgang-Schaltgetriebe wählt, nun 300 statt 250 Nm maximales Drehmoment. Wer nicht mehr selber schalten mag, kann das in der Vergangenheit nicht immer problemlose Doppelkupplungsgetriebe DQ200 ordern. Es hat sieben Gänge, trockene Kupplungen und ist auf maximal 250 Nm Drehmoment beschränkt. Der im Karoq neue Diesel ist deshalb in Verbindung mit dem DQ200 auf ebendiese 250 Nm gedrosselt. Es ist nicht das erste Mal, dass Volkswagen diesen Weg geht: Im dritten Seat Leon 1.8 TSI wurde das ebenso gehandhabt.
Geringerer Verbrauch im WLTP
Erstaunlich ist der Rückgang beim Verbrauch. Für die Versionen mit Schaltgetriebe sind es nun 4,8 statt 5,4 Liter im WLTP, mit dem DQ200 geht er sogar von 5,9 auf 5 Liter zurück. Die Karoq-1,6-TDI-Fahrer, die ihren Verbrauch bei Spritmonitor protokollieren, liegen mehrheitlich auch bei rund 6 Litern/100 km.
Teurer
Das Basismodell „Active“ wird mit 26.495 Euro immerhin rund 400 Euro teurer. Die meisten Kunden werden vermutlich mindestens zu Ausstattungslinie „Ambition“ greifen, hier beträgt der Zuschlag schon 600 Euro mehr als bisher. Der kleine Diesel hat es ohnehin nicht ganz leicht im Karoq. Der ähnlich kräftige Benziner kostet rund 3000 Euro weniger und läuft spürbar leiser. Bei Spritmonitor ist er mit rund 7 Litern gelistet. Bevor man mit dem Diesel also spürbar günstiger unterwegs ist, braucht es schon ein paar Kilometer. Das erklärt vielleicht auch, warum Skoda mit der Umstellung auf den neuen 115-PS-Diesel so lange gewartet hat: Die Kunden greifen eher zum kleinen Benziner als zum Basis-Diesel.
(mfz)