Elektronik- und nicht Lizenzartikel verkaufen Spielzeuge
Elektronische Spielereien halten im kommenden Jahr verstärkt Einzug in die Kinderzimmer. Lizenzartikel von Harry Potter oder Herr der Ringe verkaufen sich hingegen nicht gut.
Elektronische Spielereien halten im kommenden Jahr verstärkt Einzug in die Kinderzimmer. Trends in diesem Jahr seien unter anderem Puppen, die mit ihrer Puppenmutti interaktiv kommunizieren, digitale Modell-Eisenbahnen und Kinder-Walkie-Talkies, mit denen SMS verschickt werden könnten, sagte der Geschäftsführer der Fachhandels-Verbundgruppe idee+spiel, Otto E. Umbach, am Donnerstag im Vorfeld der Spielwarenmesse vom 31. Januar bis 5. Februar in Nürnberg.
DarĂĽber hinaus entwickelten sich Sammelartikel und Lizenz-Neuheiten wie das Lichtschwert aus der Space Opera Star Wars zu Verkaufsschlagern, berichteten die Fachleute.
Klassische Spielwaren erzielten nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) bereits im Jahr 2001 einen Zuwachs von einem Prozent auf 2,48 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Modelleisenbahnen und Brettspiele seien dabei die Zugpferde gewesen, sagte Corinna Printzen vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie. Wider Erwarten brachten große Lizenzen wie Harry Potter oder Herr der Ringe nicht die erhofften Umsätze. Auch Videospiele gingen um bis zu fünf Prozent zurück.
Insbesondere von den Lizenzprodukten hatte sich der Handel allerdings einen Umsatzschub im Weihnachtsgeschäft versprochen. Tatsächlich hätten sich aber "nicht wenige" der rund 300 Potter-Artikel als schwer verkäuflich erwiesen, hieß es. Die Branche hofft jedoch auf einen besseren Handel mit den Lizenzartikeln im laufenden Jahr. 2002 werde allerdings erneut nicht das Jahr der Lizenzen, sagte BVS-Referent Magnus Danneck.
Der Bereich Videospiele verzeichnete im Jahr 2001 laut BVS einen Umsatzverlust von bis zu fĂĽnf Prozent auf etwa 705 Millionen Euro. DafĂĽr seien fehlende Produktinnovationen und die erst fĂĽr dieses FrĂĽhjahr angekĂĽndigte EinfĂĽhrung zweier neuer Spielekonsolen verantwortlich gewesen. Umbach rechnet allerdings damit, dass es dann zu einer "wahren Konsolen-Schlacht" zwischen dem bereits mit der Playstation 2 auf dem Markt vertretenen Anbieter Sony sowie Nintendo (GameCube) und Microsoft (Xbox) geben wird.
Der Gesamtumsatz der Branche stagnierte im Jahr 2001 bei 3,19 Milliarden Euro. Dabei habe das Weihnachtsgeschäft gezeigt, dass Konsumenten auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht an Weihnachtsgeschenken sparten, sagte Werner Lenzner vom Marktforschungsinstitut Intelect. Die am nächsten Donnerstag beginnende Spielwarenmesse ist mit 2837 Ausstellern aus 54 Ländern der weltweit größte Branchentreff dieser Art. (dpa) / (cgl)