Kurz informiert: Assange, Klimaziele, Digitalsteuer, Holz-Satellit

Unser werktäglicher News-Überblick fasst die wichtigsten Nachrichten des Tages kurz und knapp zusammen.

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Inhaltsverzeichnis

Großbritannien darf den Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht an die USA ausliefern. Das hat das zuständige Gericht in London entschieden und das Urteil mit den Haftbedingungen begründet, die den 49-jährigen Australier erwarten würden. Im Falle einer Verurteilung würden ihm in den Vereinigten Staaten bis zu 175 Jahre Haft drohen. Die USA haben bereits angekündigt gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Als Folge der Corona-Krise hat Deutschland das Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 übertroffen. Der Treibhausgas-Ausstoß habe im vergangenen Jahr 42,3 Prozent unter dem Wert von 1990 gelegen, ergab eine Analyse der Denkfabrik Agora Energiewende. Das eigentlich schon abgeschriebene Ziel für 2020 sah 40 Prozent weniger Emissionen als 1990 vor. Den Berechnungen zufolge gingen die Emissionen um über 80 Millionen Tonnen CO2 zurück. Zwei Drittel dieser Minderung seien aber eine Folge der Corona-Pandemie, ohne sie hätte der Rückgang nur bei etwa 25 Millionen Tonnen gelegen, und das 2020-Ziel wäre verfehlt worden.

Die Corona-Krise zeigt aus Sicht von Grünen-Chef Robert Habeck die Dringlichkeit einer Digitalsteuer. "Die lokalen Geschäfte schließen zum Pandemieschutz, Innenstädte drohen auszusterben", sagte Habeck der dpa. "Die großen Online-Händler dagegen machen das Geschäft des Jahrhunderts." Aber sie zahlten im Vergleich zum "Buchladen um die Ecke" viel weniger Steuern. Sie nutzten Infrastruktur wie Breitbandinternet und Straßen, beteiligten sich aber kaum an der Finanzierung. "Amazon, Google und Co. müssen sich wirklich an der Finanzierung der Infrastruktur der öffentlichen Strukturen beteiligen", forderte Habeck deswegen.

Für Satelliten, die ohne schädliche Rückstände in der Atmosphäre verglühen können, setzen japanische Forscher nun auf Holz. Wissenschaftler der Universität Kyoto wollen nun den ersten Satelliten aus Holz entwickeln, der 2023 starten soll. Er soll beim Wiedereintritt in die Atmosphäre nicht nur verglühen, ohne schädliche Rückstände zu hinterlassen, sondern auch einfachere Strukturen erlauben. Da das Naturprodukt weder elektromagnetische Wellen noch das Erdmagnetfeld blockiert, könnten technische Gerätschaften wie etwa Antennen ins Innere verlegt werden.

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(igr)