Elektroautos als Retter der Autoindustrie?
Nach einer Studie von McKinsey würde es der Automobilindustrie Milliarden ersparen, stärker auf Elektroautos zu setzen
- Gernot Goppelt
Hannover, 1. September 2009 – Die deutsche Automobilindustrie befindet sich in einer schwierigen Lage. Einerseits ist man sich in der Branche weitgehend einig, dass Elektromobilität den Unternehmenserfolg der Autobauer bestimmen wird. Andererseits erfordert die neue Technik erhebliche Zusatzinvestitionen, denn die Entwicklungen in „klassischen“ Antriebsbereichen laufen ja zunächst weiter. Wenn man einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey glauben mag, ließe sich zumindest ein Teil dieser Zusatzkosten einsparen, wenn Autohersteller die Markteinführung von Elektroautos forcieren würde und es bei der Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren ruhiger angehen lassen.
Mehr Elektroautos sparen Kosten
Was zunächst widersinnig klingt, hängt mit den CO2-Zielen der EU zusammen: Sie will bis 2020 den durchschnittlichen Flottenverbrauch der Autohersteller auf 98 g/km drücken. Diesen Wert erreichen oder unterschreiten derzeit nur wenige Fahrzeuge wie etwa der Toyota Prius, ansonsten sind heutige Autos größtenteils weit davon entfernt. Laut McKinsey bergen aber die zukünftigen CO2-Grenzwerte die Chance, Elektroautos schneller im Markt zu etablieren. Die Rechnung sieht in etwa so aus: Wenn ein Hersteller mehr Elektroautos in den Markt bringt und zudem deren Beitrag zum Erreichen der EU-Emissionsziele dreifach in den Flottenverbrauch eingerechnet wird, würde man bei der Weiterentwicklung konventioneller Antriebstechnik Kosten einsparen. In Zahlen: Die Kosten pro Auto mit Verbrennungsmotor, um die CO2-Ziele zu erreichen, würden von 1900 auf 1200 Euro sinken.
Elektroautos als Retter der Autoindustrie? (1 Bilder)
