Rauswurf aus dem Paradies oder aus der Hölle?
Die Deutsche Börse schloss am Mittwoch erstmals sechs Unternehmen wegen ihres geringen Börsenwertes vom Neuen Markt aus.
Die Deutsche Börse schloss am Mittwoch erstmals sechs Unternehmen wegen ihres geringen Börsenwertes vom Neuen Markt aus. Die sechs Gesellschaften InfoGenie Europe AG, e.multi Digitale Dienste AG, GFN AG, NSE Software AG, FortuneCity.com Inc. und Letsbuyit.com NV werden mit Ablauf des 27. April nicht mehr im Hightech-Segment der Deutschen Börse, sondern im Geregelten Markt gehandelt.
Seit Einführung der umstrittenen Ausschlussregeln am 1. Oktober 2001 waren bisher nur insolvente Unternehmen aus dem Neuen Markt ausgeschlossen worden (beispielsweise Micrologica und Kabel New Media). Gegen den Rauswurf wegen geringen Aktienkurses hatten sich etliche Gesellschaften gerichtlich gewehrt und zum Teil Recht bekommen. Auch beim jetzigen Ausschluss der sechs Unternehmen hat das vorerst letzte Wort das Oberlandesgericht Frankfurt -- und zwar am 9. April, wenn es darüber entscheiden muss, ob die Börse die Regeln einseitig ändern durfte.
Betroffen von der "Penny Stocks"-Regelung sind Gesellschaften, deren Aktienkurs nachhaltig unter einem Euro und deren Marktkapitalisierung unter 20 Millionen Euro liegen. Wenn sie in den folgenden 90 Handelstagen nicht an mindestens 15 aufeinander folgenden Tagen diese Werte übertreffen, sollen sie nach den Delisting-Regeln der Deutschen Börse vom Neuen Markt ausgeschlossen werden. (bb)