NTT Docomo tief in der Verlustzone

Die japanische Konzern, in Europa mit der E-Plus-Mutter KPN bei der Einführung von 3G-Mobilfunk und i-mode verbandelt, schreibt erstmals seit Börsengang rote Zahlen.

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  • JĂĽrgen Kuri

Die japanische NTT Docomo, in Europa mit der E-Plus-Mutter KPN bei der Einführung von 3G-Mobilfunk und dem Handy-Datendienst i-mode verbandelt, muss wie andere Mobilfunkkonzerne auch Federn lassen: NTT Docomo rechnet mit hohen Abschreibungen auf Beteiligungen an Unternehmen im Ausland, deren Aktienkurs deutlich nachgegeben hat. Zudem erwägt der Konzern die Aufgabe unrentabler Geschäftssparten. In den Niederlanden ist Docomo zu 15 Prozent an KPN beteiligt, in den USA zu 16 Prozent an AT&T Wireless.

Außerordentliche Belastungen von bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar für solche Abschreibungen sollen laut der japanischen Finanzzeitung Nihon Keizai Shinbun im Jahresabschluss 2001 auflaufen. Die Sonderbelastungen könnten sich insgesamt auf bis zu 15 Milliarden US-Dollar addieren, schreiben andere japanische Zeitungen. Dadurch werde NTT Docomo zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahr 1998 rote Zahlen schreiben -- und das in einer Höhe, die es bei einer Firma, die nicht zum Finanzbereich gehört, in Japan noch nicht gegeben habe. Die Tochter der japanischen Telefongesellschaft NTT wolle daher unrentable Geschäftssparten auf den Prüfstand stellen. Erwogen werde ein Rückzug aus dem Pager-Geschäft. Das Mobilfunkgeschäft sei "nach einer Phase des schnellen Wachstums in eine Phase stabilen Wachstums eingetreten", sagte Docomo-Präsident Keiji Tachikawa. Auch in diesem Bereich soll die Effizienz erhöht und Kosten gesenkt werden. (jk)