Mehr Menschen greifen auf Facebook-Dienste zu: Mehr Gewinn
Facebook kann erneut deutlich mehr Gewinn verzeichnen. Das liegt an mehr Menschen auf den Plattformen, mehr Anzeigen und höheren Anzeigenpreisen.
(Bild: Kaspars Grinvalds/Shutterstock.com)
Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen, lässt es sich Mark Zuckerberg nicht nehmen, vorab einen ausführlichen Beitrag bei Facebook zu veröffentlichen. Darin lobt er das eigene Geschäft, das sich "besser entwickelt, als wir erwartet hatten". Zudem spricht er über die vielversprechende Zukunft von Virtual und Augmented Reality. Die Zahlen haben "uns das Vertrauen gegeben, unsere Investitionen in einigen Schlüsselbereichen sinnvoll zu erhöhen, die das Potenzial haben, die Richtung des Unternehmens langfristig zu verändern." Gleichzeitig kritisiert Facebooks Finanzchef David Wehner die von Apple geplanten Maßnahmen zum Trackingschutz.
Der Umsatz des Unternehmens stieg laut der Quartalszahlen im Jahresvergleich um 48 Prozent auf etwa 26 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg dabei von 4,9 auf 9,5 Milliarden. 2,85 Milliarden Menschen besuchen Facebook mindestens ein Mal im Monat. Das sind 50 Millionen mehr als noch drei Monate zuvor. Ungeachtet aller Kritik und Konkurrenz durch etwa Plattformen wie Tiktok, die das jüngere Publikum anziehen, wächst Facebook also auch bei den Zugriffen. Täglich greifen laut Facebook 1,9 Milliarden Menschen auf die Plattform zu. Nimmt man Instagram und WhatsApp hinzu, sind es 2,72 Milliarden – und damit 120 Millionen mehr als im Quartal zuvor.
Teurere Anzeigen, mehr online-Handel
Die Menge der ausgespielten Anzeigen auf Facebook stieg um zwölf Prozent. Der Preis für Werbung stieg dabei um durchschnittlich 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings zeigen sich auch drastische Anstiege bei "anderen Erlösen": Von 297 Millionen auf 732 Millionen US-Dollar. Dazu gehören auch die Verkäufe der Virtual-Reality-Brille Quest 2. "Ich glaube, dass Augmented und Virtual Reality ein tieferes Gefühl von Präsenz und soziale Verbindung ermöglichen werden als jede bestehende Plattform, und sie werden ein wichtiger Teil dessen sein, wie wir zukünftig mit Computern interagieren werden", schreibt Zuckerberg. Neben der Hardware liefen auch Spiele gut – und Sportkurse und Produktivitäts-Apps.
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Ein weiteres Standbein wird in Zukunft der Ausbau des online-Handels über die Facebook-Dienste sein, kündigt Zuckerberg auch an. Es liege ein langer Weg vor Facebook, eine vollständige Handelsplattform zu werden, bei dem jedoch die bestehenden Dienstleistungen eine gute Grundlage sein würden. Die Zahl der Menschen, die während der Corona-Pandemie online-Shopping gemacht haben, dürfte drastisch gestiegen sein. Entsprechend haben auch viele kleinere Geschäfte ihr online-Geschäft ausgebaut und beworben. Auch Google hat dadurch einen kräftigen Zuwachs erlebt.
Dagegen kritisiert Finanzchef David Wehner, Apples Vorhaben in Sachen Schutz der Privatsphäre. Apps müssen zum Tracken die Einwilligung einholen. Facebook baut deshalb sein Anzeigensystem um, warnt aber, kleine und mittelständische Unternehmen würden unter den Änderungen leiden. Außerdem bevorteile sich Apple damit selbst – der Konzern weist diese Vorwürfe zurück.
(emw)