Ex-Microsoft-Präsident muss Firmenkredite nicht zurückzahlen
Microsoft zeigt sich gegenüber seinem ehemaligen Präsidenten generös und erregt damit die Aufmerksamkeit der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC.
Microsoft zeigt sich gegenüber seinem ehemaligen Präsidenten generös und erregt damit die Aufmerksamkeit der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Der Softwarekonzern erließ Rick Belluzzo im Mai die Rückzahlung von Firmenkrediten in Höhe von 15 Millionen US-Dollar. Dies geht aus einer Eingabe Microsofts bei der Börsenaufsicht hervor, berichten US-amerikanische Medien. Belluzzo verzichtet im Gegenzug auf die Einlösung von 3,5 Millionen Aktien. Die Aktienoptionen hatte der ehemalige Microsoft-Präsident im Jahr 2000 von dem Konzern erhalten.
Kredite von Unternehmen an ihre Spitzenmanager gerieten nach den Bilanzskandalen bei Enron und Worldcom ins Visier des US-Präsidenten. Auf sein Betreiben sind solche Firmenkredite seit Inkrafttreten des Sarbanes-Oxley Act nicht mehr erlaubt. Das Gesetz verpflichtet auch die CEOs und Finanzchefs von Firmen, die an US-amerikanischen Börsen notiert sind und die mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar im Jahr umsetzen, zur persönlichen Beglaubigung ihrer Bilanzen.
Microsoft verteidigt den Deal mit Belluzzo. Laut einer Sprecherin entspreche der Schuldenerlass ungefähr dem Wert der Aktienoptionen. Diese seien notwendig, um Spitzenmanager seines Kalibers für ein Unternehmen gewinnen zu können. Rick Belluzzo schied Anfang Mai bei Microsoft aus und ist mittlerweile CEO beim Speichermedienhersteller Quantum. (anw)