Dienstag: Tether, Lucid Motors, NSO-Group & Entschlüsselung
US-Justiz ermittelt gegen Tether + Lucid Motors geht an die Börse + Neue Vorwürfe gegen NSO-Group + EU und USA fordern Zugang zu verschlüsselter Kommunikation
(Bild: mk1one/Shutterstock.com)
US-Bundesstaatsanwälte haben Führungskräfte des Stablecoin-Betreibers Tether ins Visier genommen und untersuchen möglichen Bankbetrug. Ein Strafprozess hätte weitreichende Folgen und könnte den Stablecoin-Markt erschüttern. Denn im Raum stehen noch schwerwiegendere Vorwürfe gegen Tether. Die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der Stablecoin-Betreiber Tether sieht sich seit Längerem verschiedensten Vorwürfen ausgesetzt. Nun wurde bekannt, dass die US-Justiz untersucht, ob das Unternehmen in seinen Anfangsjahren den Banken verheimlichte, dass Transaktionen mit Krypto verbunden waren. Eine Anklageerhebung könnte das Vertrauen in Tether beschädigen und damit auch in Bitcoin. Denn die Hälfte aller Bitcoin-Trades werden in Tether (USDT) abgewickelt. Zudem gibt es den Verdacht, dass Tether viel mehr USDT ausgegeben, als es US-Dollar eingenommen hat. Der Kurs des Bitcoin wäre also künstlich aufgebläht. Steht der Kryptowährungsmarkt vor einem Erdbeben?
Um einiges besser läuft es dagegen für den Elektroautohersteller Lucid Motors mit Sitz in Kalifornien. Nach einer Milliardenfusion legte das Unternehmen am Montag an der Technologiebörse Nasdaq einen guten Börsenstart hin. Getrieben wurde dieser von der Erwartung, Lucid könne den Branchenprimus Tesla im Bereich der Premium-Elektrofahrzeuge herausfordern. Doch zunächst einmal muss Lucid die lang angekündigte Auslieferung der Elektro-Luxuslimousine Lucid Air bewerkstelligen. Die Fusion und Börsengang sollten Lucid Motors beflügeln.
Die Flügel gestutzt werden sollen dagegen dem für die Spähsoftware Pegasus verantwortlichen israelischen Unternehmen NSO Group. Zumindest, wenn es nach den drei gemeinnützigen Organisationen Amnesty International, Privacy International und das Centre for Research on Multinational Corporations geht. Die haben gemeinsam die labyrinthartige Unternehmensstruktur der NSO Group unter die Lupe genommen. Damit wollen sie auf die menschenrechtlichen Risiken der globalen Überwachungsindustrie aufmerksam machen. Ihr Bericht liefert Einblicke ins Unternehmensdickicht des Staatstrojaner-Konzerns.
Mehr Instrumente zur Überwachung wollen dagegen Europol-Direktorin Catherine De Bolle und der Staatsanwalt des Bezirks New York, Cyrus Vance. "Unregulierte Verschlüsselung" sei das Hindernis schlechthin für den Schutz der Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks, schreiben beide in einem gemeinsamen Artikel und drängen auf Zugang zum Klartext bei verschlüsselter Kommunikation. Wie so oft müssen "Organisiertes Verbrechen, Terroristen und Kinderschänder" für die Untermauerung der Argumentation herhalten. Verschlüsselung sei eine ernsthafte Herausforderung für Ermittlungen in praktisch allen Bereichen der Kriminalität, deshalb fordern die Europol-Chefin und der US-Staatsanwalt eine "regulierte Verschlüsselung".
Auch noch wichtig:
- Zum wiederholten Male innerhalb weniger Monate sammelt der Elektroauto-Hersteller Rivian viel Geld von Investoren ein, darunter dem Amazon Climate Pledge Fund. Das Unternehmen erhält eine Finanzspritze von 2,5 Milliarden US-Dollar.
- Die russische Justiz geht weiter gegen den inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny und seine Unterstützer von. Nun sperrt Russland Dutzende Websites von Kremlkritikern.
- Ein Vergleichstest der chinesischen Asgard AN4 zeigt, dass SSDs mit NAND-Flash-Bausteinen von YMTC rund 7,5 GByte/s und mehr als eine Million IOPS erreichen. Der chinesische YMTC-Speicher konkurriert mit Branchengrößen.
(akn)