Amazon: Neues Weiterverkaufsprogramm soll Verschwendung entgegenwirken
Nach regelmäßig wiederkehrenden Skandalen rund um die Zerstörung von Neuware soll ein neues Sortier- und Weiterverkaufsprogramm von Amazon Abhilfe schaffen.
(Bild: Daniel AJ Sokolov)
Nachdem Amazon jahrelang immer wieder mit der systematischen Vernichtung von Retouren und Neuwaren Schlagzeilen machte, verspricht der Online-Versandhändler jetzt geeignete Maßnahmen — unter anderem ein Sortier- und Weiterverkaufsprogramm — gegen die Verschwendung. Um die Misswirtschaft endlich zu beenden, startet Amazon ab sofort im Vereinigten Königreich, später auch in den USA, ein neues verpflichtendes Programm. In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien soll es erst 2022 eingeführt werden.
Ein "zweites Leben"
Obwohl der Versandhändler nach vergangenen Skandalen Besserung gelobte, kam es immer wieder zu Zwischenfällen, die in heimlichen Filmaufnahmen dokumentiert wurden. So sollen Ende Juni allein in einer schottischen Anlage wöchentlich bis zu 130.000 Produkte zerstört worden sein. Dabei erklärte Amazon schon 2018: "Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren über andere Kanäle weiterverkaufen." Ein Jahr später jedoch brachten Greenpeace-Recherchen die Vernichtung ganzer LKW-Ladungen neuwertiger Ware zum Vorschein.
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Sogenannte "Fulfillment by Amazon"-Programme sollen mehr als 300 Millionen Produkten jährlich ein "zweites Leben" schenken. Mit einem neuen, an Zalando erinnernden Programm, setzt Amazon jetzt auf gezielte Kategorisierung bereits gebrauchter und zurückgesendeter Artikel. So werden laut des Magazins Metro.uk Gegenstände und Kleidung in Kategorien "Wie neu", "Sehr gut", "Gut" und "Akzeptabel" unterteilt. Verkäufer können den Preis in Abhängigkeit vom Zustand festsetzen. Kaufen lassen sich die Gebrauchtartikel dann, wie üblich, bei Amazon.
Ein weiteres seit 2019 bestehendes Programm sorgt dafür, dass Verkäufer zurückgesendete oder übrige Artikel automatisch spenden können. Laut Amazon wurden seit Einführung des Programms allein in England bereits 67 Millionen Produkte an wohltätige Organisationen und Forschungsorganisationen gespendet.
(mack)