Sambia: Twitter, Facebook, Instagram und Whatsapp während der Wahlen blockiert

In Sambia waren am Donnerstag sieben Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Parallel dazu wurden beliebte Internetdienste blockiert.

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(Bild: lensmen/Shutterstock.com)

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Indem südafrikanischen Binnenstaat Sambia sind parallel zu Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am Donnerstag verschiedene Internetdienste blockiert worden, darunter Twitter, Facebook, Instagram und Whatsapp. Das berichten verschiedene Medien und die Watchdog-Organisation Netblocks. Bei Facebook hat man die Blockade ebenfalls beobachtet, bestätigte ein Sprecher gegenüber CNN. Laut Netblocks haben die Behörden die Berichte zurückgewiesen, Menschen vor Ort hätten derweil bestätigt, dass sich die Blockaden mit VPN-Diensten aushebeln lassen. Vor Sambia hatte es schon in mehreren anderen afrikanischen Staaten ähnliche Internetbeschränkungen während Wahlen gegeben.

Sambia hat rund 18 Millionen Einwohner und liegt im Süden des afrikanischen Kontinents. Das Land ist seit 1964 unabhängig und galt lange als Vorzeigedemokratie der Region. Die nun abgehaltenen Wahlen fanden aber inmitten einer handfesten Wirtschaftskrise statt und im Vorfeld gab es viel politisch motivierte Gewalt und Einschränkungen für die Opposition, erklärt der britische Guardian. Am Wahltag rückte demnach das Militär aus. Außerdem gibt es in dem Staat strikte Corona-Beschränkungen, ergänzt die dpa. Die Abstimmungen verlief der Nachrichtenagentur zufolge weitgehend friedlich, aber in der nordwestlichen Stadt Solwezi wurde ein Mitglied der Regierungspartei von Oppositionellen des Wahlbetrugs bezichtigt und attackiert. Er ist gestorben.

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Die Wahlbeteiligung war der Wahlkommission zufolge so hoch, wie noch nie, zitieren verschiedene Medien, Wahllokale blieben um Stunden länger geöffnet, als geplant. Das Endergebnis wird frühestens am 14. August erwartet, wie lange die Internet-Beschränkungen gelten, lässt sich nicht sagen. Sollte kein Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird eine Stichwahl nötig.

(mho)