Landespolitiker fordern Erhalt von Arbeitsplätzen bei MobilCom

Politiker der schleswig-holsteinischen Landtagsparteien äußern sich zu Ursachen und Lösungsmöglichkeiten der MobilCom-Krise.

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  • dpa

Die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze bei der insolvenzgefährdeten MobilCom AG in Büdelsdorf haben alle schleswig-holsteinischen Landtagsparteien gefordert. CDU-Landeschef Peter Harry Carstensen führte die Misere auch darauf zurück, dass in Deutschland zu viele UMTS-Lizenzen zu teuer versteigert worden seien. "Hieran trägt Bundesfinanzminister Hans Eichel eine große Mitschuld." Es sei falsch, die alleinige Schuld France Télécom zuzuschieben, sagte Carstensen.

Nach Ansicht des SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Lothar Hay sind jetzt in erster Linie die Banken gefordert, um MobilCom zu erhalten und die Arbeitsplätze zu retten. "Da es im vorliegenden Fall um Management-Fehler eines Unternehmens geht, kann man nicht erwarten, dass dafür das Land gerade steht und diese Fehler finanziell ausbügelt", sagte Hay. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki forderte Ministerpräsidentin Heide Simonis und den Bundeskanzler auf, an einer Auffanglösung mitzuwirken.

Mit den Worten "Der Mittelstand stirbt leise", kommentierte CDU-Fraktionschef Martin Kayenburg die Entwicklung bei MobilCom. Im Kampf um die Arbeitsplätze werde es mehr auf geschicktes Verhandeln des Insolvenzverwalters und der Wirtschaft insgesamt ankommen als auf Hilferufe nach dem Staat. Bei einem Insolvenzverfahren müsse versucht werden, die rentablen Unternehmensteile zu erhalten, äußerte Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel.

Von einem Desaster sprach die SSW-Abgeordnete Anke Spoorendonk. Auch sie stellte das UMTS-Versteigerungsverfahren in Frage: "Der Bundesfinanzminister hat zwar Geld bekommen, doch die Mobilfunkbranche ist in die Dauerkrise geraten." Ministerpräsidentin Simonis hatte erklärt, sie sehe für MobilCom weiterhin Zukunftschancen. (dpa) / (mw)