App-Store-Änderungen kosten Apple fast nichts

Eine Analystin hat ausgerechnet, was Apple die Erlaubnis von Links in "Reader"-Apps kosten wird – das finanzielle Risiko sei klein.

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(Bild: James Yarema / Unsplash)

Lesezeit: 2 Min.

Apple bewegt sich langsam, was die Monopolvorwürfe im App Store betrifft: So wurden unlängst durch außergerichtliche Einigung beziehungsweise Anweisungen ausländischer Regulierungsbehörden Verbesserungen für Entwickler in dem Anwendungs-Laden vorgenommen. Doch genau die kosten Apple vermutlich nahezu nichts, schreibt nun eine bekannte Apple-Analystin.

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Katy Huberty vom Bankhaus Morgan Stanley glaubt, dass die bisher umgesetzt Änderungen für Apple eine Gewinnreduktion von vielleicht ein bis zwei Prozent pro Anteilsschein bedeuten – gerechnet auf das Fiskaljahr 2022 und als "Worst Case"-Szenario. Apple erlaubt es künftig sogenannten Reader-Apps, Links zur eigenen Website zu setzen, wo Nutzer dann (womöglich) kostengünstigere Abos abschließen können, an denen Apple nicht mehr mit seinen üblichen 30 Prozent Provision (und 15 Prozent Provision ab dem zweiten Abojahr) beteiligt ist.

Allerdings handelt es sich dabei auch um Apps, die bislang gar keine In-App-Verkäufe angeboten haben – eben um Apples Provision zu umgehen. So kann man etwa in Amazons Kindle-App nur lesen und Netflix und Spotify haben die Anmeldemöglichkeit über Apples System aus den Apps herausgenommen, tragen nur noch Legacy-Kunden mit sich herum.

Man sehe, dass der App-Store-Umsatz durch die Top-10-"Reader"-Apps geschätzt weniger als 8 Prozent ausmache. Das finanzielle Risiko durch die Umgehung von Apples System für In-App-Einkäufe sei dementsprechend klein. Bislang hatte der Konzern strikt verboten, dass "Reader"-Apps auf die Website eines Anbieters verlinken, was zu interessanten Nutzerverrenkungen führte. Bei großen Unternehmen wie Spotify, Netflix oder Amazon verstanden Nutzer allerdings schnell, dass sie für ein Abo deren Seiten besuchen mussten.

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Huberty berechnete weiterhin die möglichen Umsatzrisiken für Apple. Hier sei im schlimmsten Fall mit einem Rückgang von 4 Prozent des Services-Geschäfts oder 1 Prozent des Gesamtumsatzes zu rechnen. "Mit anderen Worten: Die letzten Schlagzeilen rund um den App Store sind aufmerksamkeitsheischender als der tatsächliche negative finanzielle Einfluss auf Apples Umsatz und Gewinn", so Huberty.

Apple hatte als weitere Neuerung kleineren Entwicklern erstmals erlaubt, mit App-Nutzern leichter direkt per E-Mail in Kontakt zu treten. Allerdings ist dieses Feature nur schwer umzusetzen und es gehe keine strukturellen Probleme im App Store an. Auswirkungen auf den Umsatz dĂĽrften sich auch hier wohl kaum ergeben. (bsc)