Cyberattacke auf Tankstellen: Iran beschuldigt ausländische Macht
Das iranische Regime sieht einen ausländischen Staat hinter dem Angriff auf die IT-Infrastruktur der Tankstellen. Derweil gibt es ein Bekennerschreiben.
(Bild: esfera/Shutterstock.com)
Die FĂĽhrung des Iran beschuldigt einen anderen Staat, hinter dem Cyberangriff zu stecken, der am Dienstag die Tankstellen im Land lahmgelegt hatte. Der Vorsitzende des Obersten Rats fĂĽr den Cyberspace will laut einem Bericht der BBC aber noch nicht bekannt geben, um welchen Staat es sich handelt und wie genau der Angriff erfolgt ist.
Laut der BBC hat inzwischen eine Gruppe namens "Räuberischer Spatz" die Verantwortung für den Angriff übernommen und "die Cyberaktivitäten des terroristischen Regimes in Teheran" kritisiert. Irans Präsident Ebrahim Raisi wirft den Tätern unterdessen vor, durch Unordnung und Störungen die "Menschen verärgern zu wollen".
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Folgen des Angriffs noch nicht behoben
Am Dienstag hatten die Angreifer die Infrastruktur in die Knie gezwungen, mit der in der Islamischen Republik staatlich subventioniertes Benzin verkauft wird. Die dafĂĽr erforderliche Smartcard funktionierte nicht mehr, was zu langen Schlangen an Tankstellen im ganzen Land fĂĽhrte. Zwar gab es weiterhin Kraftstoff, doch ist der ohne die staatliche Subvention fĂĽr die meisten Iraner zu teuer. Laut der BBC waren am Mittwochmorgen erst 5 Prozent der ĂĽber 4000 Tankstellen wieder an die IT-Infrastruktur angeschlossen.
"Räuberischer Spatz" hat in einem Bekennerschreiben versichert, dass Notfalldienste im Iran vorab gewarnt worden seien. Die Gruppe hat außerdem die Verantwortung für Cyberattacken auf das Bahnnetz im Iran übernommen, bei denen im Sommer falsche Angaben auf Anzeigetafeln zu Abfahrts- und Ankunftszeiten der Züge gebracht worden waren.
Staatlich kontrollierte Medien haben den Cyberangriff außerdem mit Massenprotesten in Verbindung gebracht, die das Land vor zwei Jahren schwer erschüttert hatten, ergänzt die BBC. Damals war der staatlich kontrollierte Benzinpreis um 50 Prozent angehoben worden. Die Demonstrationen dagegen hatten sich rasch ausgeweitet und waren blutig niedergeschlagen worden. Wie viele Menschen dabei gestorben sind, ist unbekannt.
(mho)