Rundgang über die Automesse in Los Angeles

Die Messe in LA zeigt nicht nur, wohin die Reise bei den Antrieben geht, sondern auch, wie unterschiedlich Geschmäcker global sind.

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Corvette CV6
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In der Vergangenheit nutzen die Autohersteller die teuren Messeauftritte für aufwendige Präsentationen. Das ist nicht komplett vorbei, doch so wie sich das Geschäftsmodell der Industrie gerade wandelt, verändern sich auch die Bühnen der Darstellung. Die Corona-Pandemie ist dabei nur ein Beschleuniger eines ohnehin laufenden Prozesses, nicht etwa Ursache. Auf der aktuell laufenden Messe in Los Angeles wird zunächst aber vor allem sichtbar, dass der Verbrennungsmotor in den Planungen der Hersteller kaum noch eine Rolle spielt.

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Es scheint wie stillschweigend abgesprochen: Alles außerhalb des batterieelektrischen Antriebs bedient perspektivisch bestenfalls noch Nischen. Das betrifft alle Fahrzeugklassen, wobei das US-Publikum von der richtigen Fahrzeuggröße noch immer eine andere Vorstellung hat als auf dem alten Kontinent. Riesige SUVs wie der neue Lincoln Navigator würden in Europa nur eine Randgruppe interessieren, auf dem US-Markt darf der Hersteller mit einer regen Nachfrage rechnen.

Da die erreichbare Zahl der Kunden enorm ist, richtet sich die Industrie auf diese Bedürfnisse ein. Die Autos werden nicht klein und effizient, sondern bleiben riesig, auch wenn sich der Energieträger für den Antrieb wandelt. Gewaltige Batterie sollen Bedenken hinsichtlich der Reichweite beseitigen, üppige Motorenleistung als altbewährter Käufermagnet dienen. Der Primärenergiebedarf sinkt auf diesem Weg, wenngleich nicht so stark, wie es theoretisch möglich wäre. Ein Rundgang über die Messe offenbart jedoch, dass diese Sicht auf die Dinge gerade auf dem amerikanischen Automarkt derzeit ganz offensichtlich keine Konjunktur hat.

Automesse LA 2021 (22 Bilder)

Autos wie der überarbeitete Lincoln Navigator dokumentieren die global enorm unterschiedlichen Ansichten darüber, wie groß ein Fahrzeug idealerweise sein sollte. Das SUV ist mit bis zu 5,66 Metern auf dem US-Markt kein Exot.

(mfz)