Montag: Google-Kamera verschiebt Termine, Tesla-Langzeiterfahrungen ernĂĽchternd
Googles QR-Code-Fehler + Tesla-Software mangelhaft + ExoMars-Mission im Plan + Bewährungsstrafe für Facebook-Nutzer + Assanges Berufung + G-Suite-Kommentar
(Bild: Elle Aon / Shutterstock.com)
Unsere Untersuchungen der Google-Kamera-App haben nicht nur weitere Probleme mit dem Auslesen von QR-Codes ans Licht gebracht, sondern auch, dass Google den Bug zunächst falsch beurteilt hat und nicht beheben wollte. Mängel haben auch die Langzeiterfahrungen eines heise-Redakteurs mit seinem Tesla Model S 90D und dessen Software hervorgebracht, insbesondere bei der Fahrassistenz – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Googles Camera-App verfälscht beim Auswerten von QR-Codes nicht nur enthaltene Links, sondern auch Kalenderdaten. Das Link-Problem betrifft auch deutlich mehr Domains und mehr Smartphones als zunächst angenommen. Neben Pixel-Handys mit Android 12 können auch manche OnePlus-Mobiltelefone sowie Pixel-Handys mit Android 11 betroffen sein. Außerdem werden Kalenderdaten falsch ausgewertet, die alle Nutzer von Googles Lens-App betreffen kann: Mehr Fehler mit QR-Codes, auch bei OnePlus.
Als zumindest suboptimal und in manchen Fällen sogar fehlerhaft hat sich auch die Software eines Tesla Model S 90D bei längerer Nutzung herausgestellt. Nach zwei Jahren und rund 20.000 Kilometern hinterließ das Auto bei unserem Redakteur größtenteils einen passablen Eindruck. Allerdings traten unerwartet viele Fehler mit der Fahrassistenz, der Klimatisierung und Navigation auf bei den Langzeiterfahrungen mit dem Tesla S 90D.
Lange Zeit hat sich der europäische Mars-Rover verspätet, aber jetzt hat die ESA den zuvor angepeilten Raketenstart zum Mars bestätigt. Tests mit der Landeplattform und dem Mars-Rover sind erfolgreich verlaufen und so steht dem Start zum Mars im Herbst dieses Jahres nichts mehr im Wege. Im Rahmen des ExoMars-Programms soll der Rover Bodenproben nicht nur von der Oberfläche, sondern mit einem Bohrer auch aus tieferen Lagen nehmen, um einen Einblick in die Geschichte des Mars zu geben. Die ESA-Mission mit dem Mars-Rover soll im September starten.
Ein Gericht in Rheinland-Pfalz hat einen Mann zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt, weil er die damalige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag auf Facebook verleumdet und beleidigt hat. Der Mann hatte in einem Facebook-Beitrag Katrin Göring-Eckardt ein falsches Zitat zugeschrieben, das zu einer großen Zahl gefälschter Aussagen bekannter Personen gehört, die in den sozialen Medien häufig kursieren und nur selten richtiggestellt werden. Wegen der Verleumdung der Grünen-Politikerin erhält der Facebook-Nutzer eine Bewährungsstrafe.
In einem ähnlich richtungsweisenden Rechtsstreit wird heute eine Entscheidung über die Berufung um den US-Auslieferungsantrag für Wikileaks-Gründer Julian Assange erwartet. Der Londoner High Court hatte im Dezember ein zuvor erteiltes Auslieferungsverbot aufgehoben. Diese Entscheidung will Assange nun beim obersten britischen Gericht, dem Supreme Court, überprüfen lassen. Die Assange-Unterstützer rechnen mit einer Entscheidung zum Berufungsantrag am heutigen Montag.
Eine weitere Software ist das Thema unseres aktuellen Kommentars zur G-Suite: Oh nein, Google nimmt mir wieder was weg! Das war der erste Gedanke zur Abkündigung der kostenlosen, seit mehr als zehn Jahren genutzten G-Suite-Domain. Doch der Schein trügt. Google zwingt die Nutzer eher dazu, sich mit den wahren Kosten einer persönlichen IT-Landschaft auseinanderzusetzen. Unser Kommentar: G Suite nicht mehr gratis? Hört auf zu jammern, Google macht das beste Angebot.
Auch noch wichtig:
- Ein Anordnungsentwurf sah vor, dass das Pentagon nach der Niederlage Trumps alle elektronischen Wahlgeräte einsammeln und Aufzeichnungen analysieren sollte. Demnach wollte das Trump-Team Wahlmaschinen "mit eingebauten Fehlern" beschlagnahmen lassen.
- Der Marine-Inspekteur stolpert über eine Rede in Indien. Die Äußerungen sind auch Ausdruck wachsenden Unbehagens in Militär und Sicherheitskreisen: Was der Rauswurf von Vizeadmiral Schönbach bedeutet.
- Die Bundesregierung hat ihre Stellungnahme zur geplanten Taxonomie-Verordnung abgegeben. Sie sagt nein zur Atomkraft, eingeschränkt ja zum Erdgas. Die Bundesregierung sagt zur Taxonomie: "Wir lehnen die Atomkraft nachdrücklich ab".
- Eine lange, schlechte Tradition startete am 28. Januar 1972. Die Ministerpräsidentenkonferenz verabschiedete den "Extremistenbeschluss" – mit Folgen. Im Missing Link betrachten wir 50 Jahre Radikalenerlass.
(fds)