Microsoft wirft Strategie für interaktives TV über den Haufen

Rund 60 Mitarbeiter der Sparte für interaktives Fernsehen sollen das Unternehmen verlassen; alle 140 Arbeitsplätze bei UltimateTV sollen wegfallen.

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Von
  • Torge Löding

Rund 60 Mitarbeiter der glücklosen Sparte für interaktives Fernsehen bei Microsoft sollen das Unternehmen nach einem Bericht des Wall Street Journal verlassen. Zudem sollen alle übrigen 143 Arbeitsplätze bei der UltimateTV-Unit wegfallen. Während die Interaktiv-TV-Sparte Software für Settop-Boxen und TV-Server herstellt, vertreibt UltimateTV einen digitalen Videorecorder für das Satelliten-Fernsehen von DirectTV, eine Abteilung von Hughes Electronics. Bereist im Januar hatte Microsoft das Ende von UltimateTV beschlossen. Seither haben nur 25 von den damals 168 Mitarbeitern einen neuen Job im Konzern gefunden.

"Wir konzentrieren uns fortan auf weniger Dinge, die wir besser als bisher machen wollen", sagte Ed Graczyk, Marketingdirektor bei Microsoft TV. Das Unternehmen wolle profitable Dienste für die Kabel-TV-Partner entwickeln und nicht mehr nur "great technology" verkaufen.

Von der Großartigkeit der MS-Software waren allerdings auch nicht immer alle Partner überzeugt: Im vergangenen Jahr hatte der Konkurrent Liberate dem Microsoft-Team den Auftrag beim Kabelbetreiber UPC vor der Nase weggeschnappt. Und das, obwohl Microsoft Anteile an dem niederländischen Kabel-Unternehmen hält. Nur der portugiesische Kabelnetzbetreiber TV Cabo setzt noch voll auf das MS-Produkt. (tol)