Telekom verteidigt Verkaufsverhandlungen ĂĽber TV-Kabel

Die Deutsche Telekom hat einen Brief der Landesmedienanstalten an die Bundesländer, in dem ein Stopp des geplanten Kabelnetzverkaufs gefordert wird, als "wenig hilfreich" bezeichnet.

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  • dpa

Die Deutsche Telekom hat einen Brief der Landesmedienanstalten an die Bundesländer, in dem ein Stopp des geplanten Kabelnetzverkaufs gefordert wird, als "wenig hilfsreich" bezeichnet. "Unser oberstes Ziel ist es, durch den Verkauf des Kabelnetzes den Schuldenabbau der Telekom voranzutreiben. Alle Vorschläge, die dies nicht berücksichtigen, sind wenig hilfreich", sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom AG am Freitag in Bonn. Die Telekom verhandelt derzeit mit mehreren Anbietern um einen Verkauf ihrer Kabelnetze. Ein erster Versuch, die Netze an den Medienkonzern Liberty für 5,5 Milliarden Euro zu verkaufen, war im Frühjahr am Bundeskartellamt gescheitert. Die Telekom drücken über 60 Milliarden Euro Schulden. Der Bund ist Hauptaktionär.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte am Freitag aus einem Brief des Vorsitzenden der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Norbert Schneider, an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) berichtet. In dem mit Datum vom Montag versehenen Brief an Beck, der Vorsitzender der Rundfunk-Kommission der Länder ist, werden die Länder aufgefordert, "auf den Bund einzuwirken", um ein Moratorium bei dem Verkauf durchzusetzen. Anderenfalls müsse damit gerechnet werden, "dass alle medienpolitischen Ziele, die mit dem Verkauf verbunden wurden, verfehlt werden", zitierte die Zeitung. Die DLM befürchtet, so die FAZ, dass sowohl die Digitalisierung des Fernsehens als auch die Nutzung des Kabels als schneller Internetzugang verhindert werde.

Ein Sprecher der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) bestätigte am Freitag die Angaben der FAZ. In dem Brief werde die Befürchtung ausgedrückt, dass die Investoren, mit denen die Telekom verhandele, nicht in den Ausbau der Kabel investieren werden. Es handele sich um Geldgeber, die vor allem auf eine möglichst hohe Rendite achteten und nicht über langfristige Strategien verfügten. (dpa) / (jk)