Sun kooperiert mit Microsoft bei Web-Sicherheit

Sun Microsystems will künftig ebenfalls die im April 2002 veröffentlichten Spezifikationen für Web-Anwendungen WS-Security unterstützen.

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Die von IBM, Microsoft und Verisign gegründete Sicherheitsallianz bekommt unverhofften Beistand: Sun Microsystems will künftig ebenfalls die im April 2002 veröffentlichten Spezifikationen für Web-Anwendungen WS-Security voll unterstützen. Sun will mit den drei Firmen zusammenarbeiten, um die Spezifikationen zu verbessern. Diese wurden mittlerweile der Organisation zur Förderung von Standards für strukturierte Informationen (OASIS) gemeldet, heißt es in US-amerikanischen Medien.

In der Internet-Branche dürfte die Neuigkeit mit Interesse aufgenommen werden. Web-Services gelten als eine der Zukunftstechnologien. Durch die Unterstützung von Sun sehen Experten größere Chancen für einen einheitlichen Sicherheitstandard und dadurch auch bessere Bedingungen für Geschäftskontakte im Internet. Auch andere Firmen wie Cisco Systems, Intel, IONA, Netegrity, Novell, OpenNetwork, RSA Security und SAP sollen bereits ihre Unterstützung zugesagt haben.

Suns Kehrtwende verwundert deshalb, weil das Unternehmen einer der ärgsten Konkurrenten von Microsoft ist. Zwar erwog der Redmonder Konzern noch im September 2001, der Allianz zur digitalen Identifikation Liberty Alliance von Sun beizutreten, doch nur ein paar Wochen später fand Microsoft-CEO Steve Ballmer kein gutes Haar an der Passport-Konkurrenz. Im April 2002 verglich Scott McNealy Microsoft indirekt mit einem Drogendealer. Der Konzern würde die Nutzer mit seiner Software kostenlos "anfixen".

Mit WS-Security sollen Daten besser verschlüsselt sowie unabhängig vom Betriebssystem beim Austausch eindeutig identifizierbar sein und vertraulich gehalten werden können. Bei der Spezifikation handelt es sich um eine Erweiterung des Simple Object Access Protocol (SOAP), das Ende 1999 von Microsoft initiiert wurde. (anw)