Gewerkschaft: Stellenabbau der Telekom belastet den Osten stärker

ver.di wirft der Telekom vor, bevorzugt in den neuen Ländern Stellen abzubauen, weil der Anteil der kündbaren Mitarbeiter dort deutlich höher sei.

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  • dpa

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Sachsen-Anhalt hat der Deutschen Telekom AG vorgeworfen, beim geplanten Stellenabbau die neuen Länder überdurchschnittlich stark zu belasten. Allein in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen solle rund ein Drittel der 14.000 Stellen wegfallen, sagte Fachbereichsleiter Jochen Schuk am Montag in Magdeburg. Er kündigte Arbeitskämpfe an, die bereits im Januar beginnen könnten. Wegen der Schulden von mehr als 60 Milliarden Euro will die Telekom in den kommenden drei Jahren weltweit 50.000 Stellen abbauen, davon mehr als 30.000 in Deutschland.

Die Telekom baue vor allem in Ostdeutschland Stellen ab, weil der Anteil der kündbaren Mitarbeiter dort deutlich höher sei. "Wir befürchten einen regelrechten Kahlschlag", sagte Schuk. Je nach Niederlassung habe die Telekom ihren Mitarbeitern Stellenstreichungen zwischen 30 und 44 Prozent angekündigt. In den alten Bundesländern seien mehr als die Hälfte der Telekom-Beschäftigten Beamte. Auch die meisten Angestellten seien tarifrechtlich besser geschützt. Die Telekom wolle den Mitarbeitern zwar nicht kündigen, sondern sie im Rahmen einer Personalservice-Agentur als Leiharbeiter anderen Arbeitgebern anbieten. Dabei sieht ver.di gerade im Osten aber Probleme: Hier seien die Chancen der Betroffenen auf eine Vermittlung gering. (dpa) / (anw)