Ersatzteilüberwachung: Apple führt längere Seriennummern ein
Pünktlich zum Start seines Self-Service-Repair-Programms für den Mac baut der iPhone-Konzern das Komponententracking aus.
Apple erlaubt nun auch die Selbstreparatur von M1-Macs.
(Bild: Apple)
Bei Apple haben nicht nur Geräte wie iPhone oder Mac eigene Seriennummern, auch zahlreiche einzelne Komponenten der Hardware sind mit einer Kennzeichnung zur Rückverfolgung versehen. Nun scheint der Konzern dies ausweiten zu wollen: Einem Bericht zufolge führt Apple im Oktober neue, längere Seriennummern für Ersatzteile ein. Dies dient offenbar dazu, noch mehr Teile eindeutig kennzeichnen zu können.
Von 17 auf 18 Stellen
Bislang nutzen Reparaturkomponenten ein Seriennummernsystem mit 17 Stellen. Dieses wird nun ab übernächsten Monat auf 18 Stellen erweitert. Genutzt werden die neuen Markierungen bei iPhone, Apple Watch, Mac und weiteren Geräten, berichtet MacRumors unter Berufung auf ein Memo, das Apple an seine offiziellen Reparaturpartner (Apple Authorized Service Provider, ASP) geschickt hat. Starten sollen die neuen Seriennummern zum 1. Oktober. Offenbar sollen sie für die Komponenten neuer Geräte verwendet werden, Ersatzteile für ältere Hardware bleiben bei 17-stelligen Seriennnummern.
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Apple hatte in dieser Woche sein Self Service Repair Program auf tragbare Macs mit M1-Chip ausgedehnt. Mit dem SSRP können Privatleute in den USA Ersatzteile bestellen, erhalten notwendige Werkzeuge (auch zur Miete) und sollen so häufig vorkommende Reparaturen selbst durchführen können, was sich allerdings nur bedingt wirklich lohnt. Zuvor war das Programm nur für bestimmte iPhone-Modelle verfügbar gewesen; ein Start in Europa ist in absehbarer Zeit geplant. Auch beim SSRP sind Ersatzteile mit Seriennummern gekennzeichnet.
Apple behält die Kontrolle
All das dient dazu, dass Apple trotz der Ausdehnung seines Reparaturprogramms auf Privatleute sicherstellen kann, in welche Kanäle die Ersatzteile gelangen. So ist etwa überprüfbar, wer wie viele Komponenten bestellt, um einen Weiterverkauf zu verhindern. Der Konzern verknüpft Bestellungen in seinem frisch aufgesetzten Ersatzteilladen für Endkunden zudem mit den Seriennummern der Geräte, für die sie gedacht sind. Will man beispielsweise für einen Mac ein neues Top-Case haben, muss zunächst dessen Identifizierung eingetippt werden.
Die Nachverfolgbarkeit des Reparaturbereichs gehe über neue Ersatzteile hinaus, meinen Kritiker. Apple kauft auch defekte Austauschkomponenten an. Das dient nicht nur der Nachhaltigkeit – damit werden sie auch dem Markt entzogen und können nicht mehr ausgeschlachtet werden. Da die Ersatzteilpreise relativ hoch sind – beispielsweise über 500 US-Dollar für ein Top-Case samt Tastatur und Akku, die für jeden Batterietausch bei einem MacBook fällig werden –, sind Nutzer motiviert, die Komponenten auch an Apple einzuschicken.
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(bsc)