Ford Mustang 2023: V8-Sauger mit Schaltgetriebe

Es ist fraglos ein Statement: Ford stellt die siebte Generation des Mustang vor und verzichtet auf jegliche Elektrifizierung des Antriebs.

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Ford Mustang 2023

Optisch blieb eine radikale Änderung des Designs aus.

(Bild: Ford)

Lesezeit: 3 Min.

Ford beweist mit dem neuen Mustang Mut. Der nach eigenem Bekunden meistverkaufte Sportwagen der Welt kommt in seiner siebten Auflage 2023 ohne eine Elektrifizierung der Antriebe auf den Markt. "Die Investition in eine neue Mustang-Generation ist ein großes Statement in einer Zeit, in der viele unserer Wettbewerber aus dem Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen aussteigen", argumentiert Ford-CEO Jim Farley und kann sich sicher sein, für diese Ansage reichlich Widerworte zu finden. Man wolle seinen Wachstumsplan mit konventionellen Antrieben beschleunigen und gleichzeitig die beliebtesten Baureihen mit Hybridantrieben und Vernetzung ausstatten.

Der neue Mustang wird wieder als Coupé und als Cabrio angeboten. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Benzinern. Einigermaßen kurios ist, dass Ford in den technischen Daten viele Details verrät, darunter die Verdichtung, die Maße von Bohrung und Hub oder auch die Übersetzung der Lenkung. Nur Angaben zur Motorleistung gibt es im ersten Datenblatt nicht. Das Modell soll im Sommer 2023 herauskommen, spätestens im Katalog muss Ford Farbe bekennen.

Ford Mustang 2023 (7 Bilder)

Das Haupt-Erkennungszeichen am Heck bleiben die Dreikammer-Leuchten.

Das Basismodell mit dem Beinamen "EcoBoost" bekommt einen aufgeladenen 2,3-Liter-Vierzylinder mit Saugrohreinspritzung und etwa 320 PS, der Fünfliter-V8 ist im Gegensatz zum Vierzylinder ein Sauger mit der entsprechenden, von Sportfahrern geschätzten, gewissermaßen linearen Leistungscharakteristik. Er arbeitet mit kombinierter Saugrohr- und Direkteinspritzung, wohl wegen der Abgaswerte und dürfte auf etwa 530 PS kommen. Spitzenmodell wird das "Dark Horse" - ein V8-Benziner, der nochmals mehr Leistung zur Verfügung stellt. Diese Version ist nur im Coupé zu haben und kommt ebenfalls ohne Aufladung aus.

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Der Kunde hat bei allen Mustangs die Wahl zwischen einem Schaltgetriebe mit sechs Gängen des deutschen Zulieferers Getrag und einer Zehnstufen-Wandlerautomatik aus dem eigenen Haus. Sie haben schon richtig gelesen: Ford bietet eine Kombination mit V8 und Schaltgetriebe an. Das ist ungewöhnlich, zumal in den USA, aber auch in Europa sich die Ära der manuellen Getriebe dem Ende zuneigt. Mercedes wird ab 2023 gar keine Modelle ohne Automatik verkaufen, auch bei Volkswagen und allen anderen großen Herstellern sind Handschalter auf dem Rückzug. Damit die Hinterachse das Drehmoment ohne haltlos durchdrehende Räder auf den Asphalt bekommt, haben alle Versionen eine Bremse im Differenzial, beim Spitzenmodell ist es eine nach dem Torsen-Prinzip.

Ford Mustang 2023 Details (8 Bilder)

Der Kunde hat die Wahl zwischen einer Zehnstufen-Wandlerautomatik aus dem eigenen Haus oder dem serienmäßigen Schaltgetriebe mit sechs Gängen von Getrag.

Fast verwunderlich, dass Ford das sportlich positionierte Modell vorn mit einer schlichten Radaufhängung aus einem unteren Dreiecksquerlenker und einem Feder-Dämpferbein ausstattet. Sportwagen haben dort normalerweise eine in Kurven transparenter zu lenkende Doppelquerlenkeraufhängung. Hinten fahren die Mustangs mit einer aufgelösten Mehrlenkeranbindung. Die Stoßdämpfer lassen sich auf verschiedene Charakteristika von Komfort bis Sport einstellen. Auf die Hinterräder wirkt noch eine konventionell per Hand zu bedienende Handbremse, bei den amerikanischen Autofreaks läuft so etwas unter "Drift Brake". Die Betriebsbremse hat vorn 352 mm große Scheiben und Vierkolben-Sättel, optional oder im Modell "Dark Horse" 390 mm große mit Sechskolben-Sätteln von Brembo.

(fpi)