Frankreich: Sprit an Tankstellen bleibt knapp
Durch einen Streik ist Kraftstoff an vielen Tankstellen in Frankreich derzeit knapp oder ausverkauft. Eine kurzfristige Einigung scheint nicht in Sicht.
Frankreich ist sensibilisiert, was Kraftstoff-Versorgung und Preise betrifft. Ende 2018 war es zu heftigen Protesten gekommen.
(Bild: Thomas Bresson / CC BY 4.0)
- Martin Franz
- mit Material der dpa
In Frankreich müssen sich Autofahrer darauf einstellen, dass es an einigen Tankstellen nicht jeden Kraftstoff zu kaufen gibt. Ursache dafür ist ein Streik bei den Raffinerien von TotalEnergies, der bis zum 11. Oktober verlängert wurde. Eine Einigung scheint kurzfristig nicht in Sicht, vielmehr stehen die Zeichen auf einen sich ausweitenden Arbeitskampf. Denn der Ausstand soll auch auf fünfzehn Autobahnraststätten einer Gesellschaft von TotalEnergies ausgedehnt werden, wie der Sender Franceinfo berichtet.
Situation an einigen Tankstellen kritisch
Der französische Präsident Emmanuel Macron appellierte an alle Seiten, verantwortungsbewusst zu handeln. Blockieren sein kein Verhandlungsweg. Für Montag war ein Treffen von Ministerpräsidentin Elisabeth Borne mit mehreren Ressortchefs angesetzt, das sich mit diesem Thema beschäftigen sollte. An einigen Tankstellen bleibt die Situation unterdessen kritisch. Ein Lagebericht des zuständigen Ministeriums vom Sonntag kam zu dem Schluss, dass bei fast einem Drittel der Tankstellen mindestens ein Kraftstoff nicht zu haben sein.
Keine Rationierung geplant
Um die Situation in den Griff zu bekommen, hatte die Regierung kurzfristig das Sonntagsfahrverbot für Lkw, die Kraftstoffe transportieren, ausgesetzt. Vor allem im Norden und der Region Paris kommt es zu Engpässen. Auch der aktuell in Frankreich geltende Tankrabatt hat teilweise zu einem Ansturm vor allem in Grenzregionen geführt. Umweltminister Christophe Béchu forderte "Ruhe und Verantwortung" und versicherte am Samstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Franceinfo: "Die Situation sollte sich weiter verbessern." Landesweite Beschränkungen seien derzeit nicht geplant. Spannend wird, ob sich dies mittelfristig aufrechterhalten lässt, falls der Streik andauern sollte.
In Frankreich dürften Politiker beim Thema Kraftstoff-Preise sensibilisiert sein. Im November 2018 gab es landesweite Proteste, die stellenweise zu schweren Krawallen führten. Ein Auslöser war die geplante höhere Besteuerung von Diesel. Erst nach Zugeständnissen der Regierung nahm die Zahl der Protestierenden wieder ab.
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(mfz)