Photoshop-Workshop: So sehen digitale Stempel realistisch aus

Ob Logo oder Weihnachtsgruß – damit ein digitaler Stempel echt aussieht, darf die Schrift nicht zu perfekt wirken. So funktioniert der Effekt mit Photoshop.

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(Bild: Judith Hohmann)

Lesezeit: 3 Min.
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Vintage-Designs sind angesagt. FĂĽr GruĂźkarten erstellen Sie mit Photoshop in wenigen Handgriffen Stempeleffekte, die aussehen wie handgemacht.

Um dies zu erreichen, gibt es zwei Stellschrauben. Stören Sie im ersten Schritt die regelmäßigen Außenkanten Ihres Stempelentwurfes und danach die Füllung. So imitieren Sie eine unregelmäßige Farbverteilung.

Nutzen Sie für Ihren Entwurf massive Schriftarten und Flächen, um den Stempeleffekt deutlich hervorzuheben. Bei feinen Linien verschwinden entscheidende Bereiche am Ende durch die künstlichen Fehler oder werden unscheinbar. In diesem Beispiel habe ich die Schrift impact genutzt, die in Photoshop enthalten ist.

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Die Flecken und welligen Kanten machen das Ergebnis authentischer.

Haben Sie Ihr Design erstellt, geht es im nächsten Schritt daran, die perfekten Kanten zu verändern. Wandeln Sie zuerst im Ebenenbereich Ihre Schrift in ein Smartobjekt um. Klicken Sie dafür mit der rechten Maustaste auf die Ebene.

Nutzen Sie danach in der Menüleiste Filter den Verzerrungsfilter und wählen Sie Wellen. Dieser Schritt fügt den Buchstaben minimale Dellen zu. Nehmen Sie nur subtile Änderungen vor, gerade so, dass Ihre Vorlage nicht mehr absolut perfekt erscheint.

Gehen Sie dann auf Filter und Filtergalerie. In dieser Ansicht sehen Sie in Echtzeit, welchen Effekt unterschiedliche Filter auf ihren Stempelentwurf haben. Im Beispiel habe ich den Verzerrungsfilter Glas gewählt und als Struktur: Leinwand. Dadurch entstehen kleine Fehler in den Buchstaben, die später das Ergebnis realistischer aussehen lassen.

An diesem Punkt sieht die Schrift bereits ein wenig nach Stempel aus. Entscheiden Sie jetzt, ob Ihnen der Effekt ausreicht. Wenn nicht, fügen Sie im nächsten Schritt eine Strukturebene hinzu.

Fertige Strukturen finden Sie kostenlos im Internet, zum Beispiel wenn Sie Suchbegriffe wie: „Grunge overlay“ in die Suchmaske eingeben. Für diesen Artikel habe ich selbst gemalert.

Nehmen Sie eine handelsübliche Farbrolle und tragen Sie die Farbe relativ trocken auf einen weißen Untergrund auf. Fotografieren Sie die Struktur direkt von oben. Danach entfernen Sie mit Photoshop den Hintergrund und arbeiten auf transparenter Fläche weiter.

Keine Angst vor Chaos. Im nächsten Schritt bleibt die Farbfläche nur noch innerhalb der Buchstabengrenzen sichtbar.

Ziehen Sie im nächsten Schritt Ihre lückenhafte Farbfläche direkt über die Schrift. Wichtig: Skalieren Sie die Größe Ihres Hintergrundes, damit die Farbflecken nicht überproportional erscheinen.

Wandeln Sie Ihre neue Ebene wieder in ein Smartobjekt. Erstellen Sie danach eine Schnittmaske, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Bereich zwischen den beiden Ebenen klicken. Dies bewirkt, dass ihre Struktur nur in den Grenzen der Schrift sichtbar bleibt. Was sie jetzt sehen, ist eine Mischung. Um die Farbfläche selbst hervorzuheben, markieren Sie nun die Ebene Ihrer Schriftvorlage.

Wählen Sie oben im Menübereich den Befehl Ebene und Ebenenstil. Im Kasten Fülloptionen sind zwei Häkchen vorausgewählt. Entfernen Sie den Haken: Beschnittene Ebene als Gruppe mischen. Reduzieren Sie jetzt darüber die Flächendeckkraft und schauen Sie parallel, wie ihre Struktur innerhalb der Buchstabengrenzen zum Vorschein kommt. Gefällt Ihnen die Position nicht, lässt sie sich in diesem Stadium bequem mit dem Verschiebenwerkzeug an eine andere Stelle ziehen. Die Vorlage für ihren Pinsel ist jetzt fertig.

Mit dem Pinselwerkzeug ändern Sie Größe und Farbe in wenigen Klicks.

Jetzt folgt der letzte und einfachste Schritt. Klicken Sie im Menübereich auf Bearbeiten und wählen Sie: Pinselvorgabe festlegen. Photoshop findet die relevanten Bereiche selbstständig und erstellt daraus einen eigenen Pinsel. Vergeben Sie dafür nur noch einen passenden Namen und Ihr eigener Stempel ist fertig. Viel Freude beim Ausprobieren.

(keh)