SAP mit Umsatzrückgang und Gewinnplus

Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz zwar von 2,86 Milliarden auf 2,58 Milliarden Euro. Unterm Strich erhöhte das Unternehmen aber überraschend den Überschuss von 408 Millionen auf 423 Millionen Euro.

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Europas größter Softwarehersteller SAP hat dank der drastischen Kostenkur die Erwartungen von Marktbeobachtern übertroffen. Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz zwar von 2,86 Milliarden auf 2,58 Milliarden Euro. Unterm Strich erhöhte das Unternehmen laut Mitteilung (PDF-Datei) aber überraschend den Überschuss von 408 Millionen auf 423 Millionen Euro. "Unsere Einnahmen haben sich gut entwickelt", sagte Vorstandschef Léo Apotheker laut dpa. "Das Schlimmste ist hinter uns. Die Lage stabilisiert sich."

Die Softwareerlöse sind bei SAP im vergangenen Quartal um 40 Prozent auf 543 Millionen Euro zurückgegangen. Der Supportumsatz hingegen stieg um 22 Prozent auf 1,337 Milliarden Euro. Der Umsatz der Sparte Software- und softwarebezogene Serviceerlöse ging insgesamt um 5 Prozent auf 1,953 Milliarden Euro zurück. Beratungs-, Schulungs- und sonstige Serviceerlöse wiesen einen Umsatzrückgang um 21 Prozent auf 610 Millionen Euro auf.

SAP erwartet, dass die Erlöse mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen im gesamten Geschäftsjahr um 4 bis 6 Prozent zurückgehen werden. Zuvor war das Unternehmen von einem Minus von 1 Prozent ausgegangen. Die Umsatzrendite werde ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten höher ausfallen als bisher angenommen, und zwar 25,5 bis 27,0 Prozent statt der vor angenommenen 24,5 bis 25,5 Prozent.

Im ersten Quartal war der Gewinn bei SAP um 16 Prozent auf 204 Millionen Euro eingebrochen. Anfang des Jahres hatten die Walldorfer zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Stellenabbau angekündigt, bis zum Jahresende sollten weltweit 3000 Jobs wegfallen. 2800 Stellen seien davon bislang weggefallen, so Apotheker. Der geplante Abbau von 600 Arbeitsplätzen in Deutschland wurde bereits abgeschlossen. Der Konzern geht nun davon aus, die anvisierte Mitarbeiterzahl von 48.500 Beschäftigten weltweit früher als geplant zu erreichen. Um 500 Millionen Euro hat der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware im ersten Halbjahr seine Kosten heruntergeschraubt, berichtete der Vorstandschef. Dem standen Aufwendungen von 165 Millionen Euro für den angekündigten Stellenabbau entgegen.

Apotheker zeigte sich zuversichtlich, dass der Softwarekonzern 2010 wieder mehr von der Investitionsbereitschaft seiner Kunden profitieren wird. "Ich glaube, wir kommen aus der Talsohle heraus. Es gibt Zeichen der Stabilisierung." SAP werde zwar weiter stark auf die Kosten schauen, ein Ausbau des bestehenden Sparprogramms sei aber nicht geplant. Auch ein zusätzlicher Stellenabbau sei nicht vorgesehen. (anw)