US-Regierung will europäischen Emissionsrechtehandel übernehmen
Die Idee, Klimaschutzziele über Marktmechanismen zu erreichen, möchte nun auch die Obama-Regierung umsetzen. Experten warnen jedoch, dass das EU-Beispiel ein eher schlechtes ist.
Die Idee klingt eigentlich gut: Mit Hilfe von Marktmechanismen, die der Umweltverschmutzung einen Preis geben, der frei handelbar ist, sollen Kraftwerksbetreiber und energieintensive Industriebereiche dazu bewegt werden, klimafreundlicher zu agieren. Das Modell dieses CO2-Emissionsrechtehandels, das in Europa seit 2005 in Betrieb ist, soll nun auch in den USA übernommen werden: Die Kongressabgeordneten Edward Markey und Henry Waxman haben eine entsprechende Gesetzesvorlage eingebracht.
Allerdings sind die Ergebnisse, die das EU-System bislang hervorgebracht hat, viel zu gering und womöglich sogar kontraproduktiv, wie Kritiker bemängeln. Der Ökojournalist Peter Fairley legte nun in der Online-Ausgabe von Technology Review ausführlich dar, warum das hiesige Verfahren nicht funktioniert. Das Hauptproblem liegt demnach bei den viel zu freigiebig verteilten Gratis-Verschmutzungsrechten und Klimaschutz-Offsets, die eigentlich dazu dienen sollen, Wettbewerbsfähigkeit zu anderen Weltregionen zu erhalten.
"Es ist schwierig zu sagen, ob irgend eine Investitionsentscheidung in den letzten drei bis vier Jahren wirklich vom CO2-Preis abhängig gemacht wurde", meint auch Sophie Galharret, Energieökonomin beim französisch-belgischen Stromkonzern GDF Suez, die als Research Fellow an der französischen Elite-Hochschule Sciences Po in Paris zum Thema Energie- und Klimaschutzmärkte forscht. "Ein perfekter Markt müsste solche Anreize liefern", sagt sie. Der aktuelle tue das nicht. Laut Fairley dürfte auch das in den USA geplante System ähnliche Probleme haben.
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(bsc)