Nissan nutzt Brennstoffzellen bei Autoproduktion

Der Nissan-Konzern ist eigenen Angaben zufolge der erste Automobilhersteller, der Brennstoffzellentechnik beim Fahrzeugbau kommerziell nutzt - in die Autos werden die Brennstoffzellen aber nicht eingebaut.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der japanische Nissan-Konzern ist eigenen Angaben zufolge der erste Automobilhersteller, der Brennstoffzellentechnik beim Fahrzeugbau kommerziell einsetzt. Die Brennstoffzellen werden allerdings nicht in Nissan-Fahrzeuge eingebaut, sondern treiben rund 60 Gabelstapler an, die Material im Werk von Nissan North America in Smyrna (US-Bundesstaat Tennessee) transportieren. Eingekauft wurde die Technik bei Oorja Protonics, einem im Jahr 2005 gegründeten Spezialisten für Direkt-Methanol-Brennstoffzellen (DMFC), der bereits über 20 Millionen US-Dollar bei Venture-Capital-Investoren wie Sequoia and DAG Ventures einsammeln konnte.

Bei der DMFC-Technik wird Methanol an der Anode mit Wasser oxidiert, wodurch Kohlendioxid entsteht und ein Elektronenfluss in Gang gesetzt wird, der sich entweder direkt für den Betrieb elektrischer Verbraucher oder für das Aufladen von Batterien nutzen lässt. Durch Reaktion mit Sauerstoff entsteht an der Kathode Wasser als Abfallprodukt. (Animation des Wirkprinzips von Direkt-Methanol-Brennstoffzellen). Die von Oorja Protonics hergestellten Brennstoffzellen-Gabelstapler – die sogenannten OorjaPacs – haben einen 15-Liter-Methanol-Tank an Bord, der Unternehmensangaben zufolge Energie für zwei 8-Stunden-Schichten liefert.

Nissan erklärte, mit der neuen Technik würden im Werk von Smyrna nicht nur 70 Batterieladegeräte obsolet, die bislang pro Jahr rund 540.000 Kilowattstunden Strom aufgenommen hätten – pro Tag würden auch 35 Mannstunden gespart, die bislang für das Wechseln von entladenen Batterien hätten aufgewendet werden müssen. Über Kosten und den Wartungsaufwand der neuen Gabelstapler mit Brennstoffzellentechnik, die bereits geraume Zeit im Werk getestet wurden, machte das Unternehmen indes keine Angaben. Die Initiative ist Teil des sogenannten "Nissan Green Program 2010", über das der Konzern unter anderem seine CO2-Emissionen reduzieren will.

In den Vereinigten Staaten müssen rund 13.000 Industrieunternehmen ab dem Jahr 2011 angeben, wie hoch ihr Ausstoß an Treibhausgasen ist. Laut der nationalen Umweltschutzbehörde EPA zeichnen diese Firmen für 85 bis 90 Prozent der Treibhausgase in den USA verantwortlich. Später dürften dann gesetzlich festgelegte Begrenzungen von Treibhausgas-Emissionen folgen. Mit Kanada und Mexiko vereinbarten die USA zuletzt den Aufbau einer Infrastruktur für den Handel mit CO2-Emissionen. (pmz)