All-in-One-PC mit Blu-ray-Laufwerk, Touchscreen und Sprachsteuerung
Mit dem The Touch X9613 kündigt Medion einen besonders umfangreich ausgestatteten All-in-One-PC mit 24-Zoll-Multitouch-Screen, Sprachsteuerung, HD-Video-Wiedergabe und WIndows 7 an.
Mit dem The Touch X9613 nimmt Medion einen weiteren Anlauf bei den All-in-One-(AiO-)PCs. Diesmal will der Hersteller mit umfangreicher Ausstattung und neuartigen Bedienmöglichkeiten punkten. Außer einem optischen Multitouch-Sensor, der – wie der NextWindow-Sensor den HP-TouchSmart-Geräten – im Rand des 24-zölligen Full-HD-Displays im 16:9-Format untergebracht ist und deshalb die Bildqualität nicht beeinträchtigt, lässt sich The Touch auch per Fernbedienung, Sprachsteuerung, Sensortasten am Gerät oder über eine drahtlose Tastatur mit Touchpad bedienen. Im Gerät steckt überwiegend Notebook-Technik: Dual- oder Quad-Core-Mobilprozessoren von Intel und Nvidia-Mobilgrafikchips der Baureihe GeForce GT200M, die genug 3D-Beschleunigung für "casual Gaming" liefern sollen.
Der Grafikchip hilft auch bei der Wiedergabe von HD-Videos, die The Touch von seinem Blu-ray-Disc-tauglichen Slot-In-Laufwerk abspielt. In der teuersten Geräteversion – Medion peilt je nach Ausstattung Preise von 1499 und 1999 Euro an – sitzt in der unteren Gehäusefront auch eines der noch immer seltenen Windows-SideShow-Displays, das beispielsweise bei abgeschaltetem Haupt-Monitor MP3-Musiktitel anzeigen kann. Dank mehrerer Video-Eingänge, darunter ein HDMI-Port, können auch andere Geräte The Touch als Display nutzen. Fernsehprogramme empfängt das Gerät über DVB-S- und DVB-T-Tuner, zum Aufzeichnen stehen zwei 500-GByte-Festplatten bereit. Auch WLAN- und Bluetooth-Adapter, eine Webcam und ein Mikrofon sind eingebaut.
Weil Windows 7 zwar Multitouch-Funktionen einbindet, aber trotz der jahrelangen Microsoft-Werbeaktionen für Touch-Bedienkonzepte erst wenige Windows-Applikationen (Multi-)Touch-Bedienung sinnvoll, leicht verständlich und mit einheitlichen Gesten nutzen, hat Medion eine eigene Touch-Oberfläche entwickelt, die den Zugriff auf zahlreiche häufig verwendete Applikationen und Aufgaben erleichtern soll. Das Touch-Konzept erweitert Medion bis hin zur Windows-Benutzerverwaltung: Ein integrierter Fingerabdrucksensor soll den Wechsel von Benutzerkonten erleichtern. Alternativ steht für einige Befehle eine Sprachsteuerung zur Verfügung, die wie jene der Medion-Navis von der Firma Nuance stammt.
Mit der selbstgemachten Touch-Oberfläche reiht sich Medion bei den Herstellern fingerbedienbarer Windows-Computer ein, die die Unzulänglichkeiten und Inkonsistenzen des Microsoft-Betriebssystems in Bezug auf Touchscreens mit eigener Software zu kompensieren versuchen: Auch Asus und HP installieren auf ihren Touchscreen-AiO-PCs spezielle Bedien-Software, ebenso halten es beispielsweise HTC oder Toshiba bei ihren Windows-Mobile-6-Smartphones.
Medion hat bereits Erfahrung mit Media-Center-AiO-PCs und etwa in den Jahren 2007/2007 das 22-Zoll-Gerät Akoya RIM 2250 verkauft und ein ähnliches Gerät für Tchibo gefertigt. Damals diente ein AiO-Barebone von Arima als Basis. Mit The Touch tritt Medion nun gegen einige Konkurrenten an, die bereits luxuriös ausgestatte AiO-PCs mit großen Bildschirmen im Angebot haben, etwa Dell (XPS One), HP (TouchSmart IQ810) oder Sony (Vaio LV/RT). Auch die weniger bekannten taiwanischen Firmen Asus, MSI und Shuttle sowie die koreanische Firma TriGem/Averatec haben nicht nur Billig-AiOs mit Intel-Atom- oder AMD-Prozessoren im Programm, sondern auch 22- und 24-Zoll-Versionen. Viele der teureren Produkte sind aber in Deutschland nicht zu haben, das gilt etwa auch für den schon zu Jahresbeginn angekündigten Lenovo IdeaCentre A600. AiO-PC-Platzhirsch Apple bietet derzeit keine Geräte mit Blu-ray-Wiedergabe an. (ciw)