Patentsammlung rund um schnelles WLAN

Via Licensing ruft Inhaber von Schutzrechten, die die Technik für schnelles WLAN nach dem IEEE-Standard 802.11n berühren, auf, ihre Patente zwecks erleichterter, gegenseitiger Lizenzierung in einen Pool einzubringen.

vorlesen Druckansicht 8 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Schon bei der inzwischen überholten WLAN-Technik 802.11g gab es Querelen um echte oder vermeintliche Schutzrechte. So verklagte beispielsweise die australische Forschungsgesellschaft CSIRO in den USA zahlreiche WLAN-Gerätehersteller auf Zahlung von Lizenzgebühren für ein Patent, das unter anderem die Anwendung der Modulationstechnik OFDM auf hohen Frequenzen oberhalb von 10 GHz beschreibt, während WLAN bislang stets darunter funkt.

Damit sich derlei Probleme bei der aktuellen WLAN-Generation (IEEE 802.11n) nicht wiederholen, will Via Licensing, ein Tochterunternehmen der Dolby Labs, einen Patentpool bilden. Die Firma ruft deshalb alle Inhaber von Schutzrechten, die den kommenden WLAN-Standard berühren, dazu auf, an ihrem Lizenzierungsprogramm teilzunehmen. Darüber sollen WLAN-Chip- und Gerätehersteller Nutzungsrechte zu vernünftigen und gleichen Bedingungen (Reasonable And Non Discriminatory, RAND Licensing) erwerben können, statt mit jedem Rechteinhaber einzeln Verträge schließen zu müssen.

Die inzwischen elfte Version des Standardentwurfs für schnelles WLAN soll nach jahrelangem Hin und Her um Details im September dem Begutachtungskomitee RevCom vorgelegt werden. Hat RevCom keine Einwände, steht der Ratifizierung als Standard durch das IEEE-SA Standards Board noch in diesem Jahr nichts mehr im Weg. Bereits seit zwei Jahren sind zahlreiche WLAN-Geräte im Handel, die nach dem seinerzeit aktuellen Entwurf 2.0 arbeiten. In der Zwischenzeit gab es lediglich Korrekturen und Klarstellungen von Details, nennenswerte Verbesserungen in Sachen Reichweite oder Durchsatz sind nicht mehr zu erwarten. (ea)