Microsoft will in evolutionären Schritten zum Touch-PC
Andrew Herbert, Leiter des Forschungszentrums des Softwareriesen in Cambridge, sieht Parallelen zwischen seinem Touchscreen-Tisch Surface und Windows.
Andrew Herbert, Leiter des Microsoft-Forschungszentrums im britischen Cambridge, erwartet in den nächsten Jahren deutliche Veränderungen bei der Kernsoftware von PCs, Smartphones und anderen digitalen Geräten. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe 09/09 der Technology Review (seit dem 27. 8. am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen) sagte der Informatiker, dies erfordere im Sinne von Web 2.0, Cloud- und Touch-Computing ein radikales Umdenken. "Microsoft bringt deshalb viele Techniken in einem sehr frühen Stadium auf den Markt. Und dann lernen wir eine Menge darüber, was funktioniert und was nicht funktioniert."
Herbert hatte sich bereits in den achtziger Jahren mit verteilten Computersystemen beschäftigt und mehrere Jahre eine Arbeitsgruppe zur Forschung an zukünftigen Betriebssystemen geleitet. Inzwischen sieht er die Zukunft unter anderem im Bereich führungsempfindlicher Oberflächen, wie sie Microsofts Touchscreen-Tisch Surface besitzt. "Ich habe den Surface-Computer Kollegen aus Natur- und Ingenieurswissenschaften vorgeführt, und die waren sehr interessiert. Man kann damit große, komplexe Datensätze intuitiv handhaben. Eine Applikation erlaubt es beispielsweise Ärzten, ihren Patienten an einem 3-D-Modell genau zu demonstrieren, wie eine Operation ablaufen wird."
Die Entwicklung dieser neuen Surface-Technik folge den Regeln der Evolution. "Ich möchte nur an die frühen Jahre von Windows erinnern: Da war es doch auch so, dass in vielen dieser Fenster nur das alte MS-DOS gelaufen ist." Aber so sei der Ablauf: Anfangs würden die alten Anwendungen an die neue Oberfläche angepasst, weil die Leute mit dem weitermachen wollten, was sie gewöhnt seien. "Und dann werden neue Anwendungen entwickelt." (bsc)