Mobilfunk-Sicherheitslage verschärft sich

Seit Jahren warnen Experten vor Viren und anderer Malware in Handy-Netzen. Doch erst die aktuelle Smartphone-Generation bietet erstmals genügend interessante Angriffsflächen.

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Der Orkan "Anna", der 2002 über Norddeutschland hinwegfegte, und das Elbe-Hochwasser im selben Jahr hatten eines gemeinsam: Hinterher wurden heftige Vorwürfe laut, dass die Bevölkerung nicht rechtzeitig vor den Gefahren gewarnt worden sei. Solche Vorhaltungen werden sich die Sicherheitsexperten, die Schwachstellen in mobilen Kommunikationsgeräten suchen, dereinst wohl nicht anhören müssen. Denn seit Jahren warnen sie unisono vor Schadsoftware und Viren, berichtet Technology Review in einem ausführlichen Artikel über den aktuellen Stand der Sicherheitslage in Mobilfunknetzen, der nun auch online verfügbar ist.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner wurden allein im vorigen Jahr rund 1,2 Milliarden Handys verkauft. Die Unterschiede zwischen Handy und PC verringern sich immer mehr, denn viele Mobiltelefone stellen ihrem Besitzer zusätzliche computertypische Funktionen zur Verfügung, etwa Terminplaner, E-Mail-Programm und Internet-Browser. Vor allem auf Smartphones lässt sich weitere Software installieren. Und mit zunehmender Annäherung zwischen Handy und PC greifen auch die Gefahren aus der Computerwelt auf den Mobilfunk über.

Dennoch blieb die von Experten beschworene Katastrophe bislang aus. Zwar sind inzwischen mehr als 400 Viren für mobile Geräte dokumentiert, manche schafften es sogar zu lokaler Berühmtheit. Aber in ihrer Gesamtheit blieben sie doch relativ wirkungslos. Der erste Trojaner, "Liberty" genannt, wurde vor neun Jahren entdeckt und tarnte sich als Software, mit der sich Gameboy-Spiele auf dem damals weit verbreiteten PDA "Palm Pilot" nutzen lassen sollten. Wenn sich jemand das Miniprogramm aus Internetforen lud und installierte, versuchte es, andere Dateien auf dem Palm zu löschen. Allerdings konnte sich Liberty nicht selbstständig weiterverbreiten. Inzwischen können moderne Handy-Viren jedoch nahezu alles mit den Geräten tun – und sich auch problemlos über das Internet verbreiten, schnellen UMTS-Netzen sei Dank.

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(bsc)