Intels CPU-Marktanteil steigt

Dank neuer, attraktiver Produkte in vielen Marktsegmenten kann Intel seinen Anteil am weltweiten Prozessormarkt wieder auf mehr als 80 Prozent steigern.

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Im zweiten Quartal des Jahres 2009 hat Intel nach Ansicht der Marktforscher von iSuppli genau 80,6 Prozent des weltweit mit Mikroprozessoren erzielten Umsatzes kassiert; auf AMD entfielen 11,5 Prozent und 7,9 Prozent auf alle anderen Marktteilnehmer. Bei dieser jetzt auszugsweise veröffentlichten iSuppli-Studie ging es aber nicht nur um x86- beziehungsweise x64-Prozessoren, sondern um Mikroprozessoren beliebiger Architektur. Nicht enthalten sind wiederum Mikrocontroller, wie sie in den milliardenfach verkauften Handys und Smartphones stecken, aber etwa auch in Digitaluhren, Waschmaschinen oder USB-Sticks.

Wegen dieser in Teilbereichen schwierigen Unterscheidung zwischen Mikroprozessoren (MPU, Micro-Processing Unit) und Mikrocontroller (MCU, Micro-Controller Unit) sind die iSuppli-Zahlen nicht ganz leicht zu interpretieren. Unklar bleibt etwa, ob spezielle Netzwerkprozessoren – etwa von Cavium, LSI, NetLogic oder Netronome – in die iSuppli-Zählung eingehen oder auch Spezialprozessoren wie Azul Vega, IBM Cell oderTile64. Vektorprozessoren wie die SX-Baureihe von NEC hatte iSuppli vor zwei Jahren noch erwähnt.

Dem Wall Street Journal hat iSuppli verraten, wer sich hinter den 7,9 Prozent "sonstiger" Marktanteile verbirgt, nämlich vor allem IBM (3,2 Prozent) und Freescale (2,9 Prozent) sowie ein unspezifizierter Rest von 1,8 Prozent. Da es um MPUs geht, dürften die Power- und PowerPC-Prozessoren von IBM und Freescale gemeint sein und nicht etwa die Systems-on-Chip (SoCs) mit ARM-Kernen von Freescale. Wie sich Firmen wie Sun (UltraSPARC), Fujitsu (SPARC64) und VIA die verbleibenden 1,8 Prozent des MPU-Marktes aufteilen, verrät iSuppli nicht.

Interessant wiederum ist die Entwicklung der Marktanteile: So hat Intel zwar wieder einen fast so hohen Marktanteil wie zuletzt vor vier Jahren (82,4 Prozent im vierten Quartal 2005), doch auch der Kuchen der "Sonstigen" ist gewachsen: Im dritten Quartal 2007 waren es noch 7,4 Prozent, nun sind es die erwähnten 7,9 Prozent. Im zweiten Quartal 2008 waren es laut iSuppli sogar 8,9 Prozent – eine solche Schwankung um 1,5 Prozentpunkte entspricht ja einer Veränderung des Umsatzanteils um fast 17 Prozent, sofern iSuppli tatsächlich so genau schätzen kann.

Vor einem Jahr entfielen auf Intel 79,2 Prozent und auf AMD 11,9 Prozent Marktanteil, im ersten Quartal 2009 hatte AMD im Vergleich dazu und auf Kosten der "Sonstigen" 0,9 Prozentpunkte zugelegt – damals hatte Intel vor allem bei den Netbook-Prozessoren erhebliche Rückgänge erlitten. Diese Phase ist aber nun vorbei, gerade die Netbooks treiben das Wachstum im PC-Markt. Trotz des hohen Anteils billiger Atoms im Produktmix kann Intel aber stärker vom Aufschwung profitieren als AMD; wie iSuppli anmerkt, sank der mittlere CPU-Verkaufspreis (ASP, Average Sales Price) bei AMD. (ciw)