ZurĂĽck in die Zukunft
Bei allen Szenarien, wie der Verkehr der Zukunft aussehen wird – das Auto wird eine gewichtige Rolle behalten
- Frank Wald
Szenarien fĂĽr den Verkehr von morgen gibt es viele. Sicher scheint: Das Auto wird eine gewichtige Rolle behalten
Science-Fiction-Autoren lieben es, ihren Lesern zukünftige Verkehrsmittel auszumalen. Da düsen Männer mit der Rückenrakete durch die Luft, Autos surren auf unsichtbaren Bahnen, und am Flughafen finden die Passagiere den richtigen Weg zum Abflugschalter dank leuchtender Tickets. Bilder wie diese kennt man von Isaac Asimov, aus dem Kinofilm „Das fünfte Element“ oder von der amerikanischen Zeichentrickfamilie „Die Jetsons“, die sich am liebsten mit dem Familienflieger fortbewegte.
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In dem Sci-Fi-Thriller "I, Robot" bastelte Audi für Hauptdarsteller Will Smith ein futuristisches Dienstfahrzeug mit Flügeltüren und Kugeln statt Rädern. (Bild: Audi)
Spielberg bittet zur Diskussion
Die Jetsons waren 1962 ein lustiger Entwurf für die Mitte des 21. Jahrhunderts. Um die Verkehrsvisionen von heute für das Jahr 2054 darzustellen, lud Steven Spielberg für den Film „Minority Report“ eine ganze Reihe von Fachleuten für drei Tage in ein Hotel im kalifornischen Santa Monica ein und ließ sie über ihre Vorstellungen von 2054 diskutieren. Mit dabei waren unter anderem der frühere MIT-Wissenschaftler John Underkoffler und „Generation X“-Autor Douglas Coupland. Im Film zu sehen war dann bekanntlich kein Familienflieger, sondern eine Magnetschienen-Autobahn, auf der ein kleines, rundliches Einheitsauto in verschiedenen Farben braust. Und der Hersteller dieses universellen Fahrzeugs war – ganz Hollywood – natürlich noch als einer der heutigen zu erkennen.
Unterirdisches Rohrpostsystem
Vielleicht findet der Transport der Zukunft aber auch nur noch unterirdisch statt, wie es Bochumer Wissenschaftler befürworten: Die Bauingenieure um Dietrich Stein vertreten mit Euphorie ihre Idee von „CargoCaps“. Das sind ferngesteuerte Frachtdrohnen, die auf Schienen in Fahrrohrleitungen jeweils bis zu zwei Euro-Paletten transportieren können. Das Rohrpost-System existiert allerdings nur in Form von Plänen und einer Teststrecke auf dem Gelände des stillgelegten Heizkraftwerks Bochum.
Mit Tempo 400 unter der Erde
Dass die Zukunft des Verkehrs unter der Erde liegt, glaubt auch der Diplomingenieur und Visionär Christian Bruch aus dem südbayerischen Waakirchen. Er geht aber noch einen Schritt weiter und sieht den Personenverkehr künftig komplett unter der Erde. Dazu hat Bruch die Röhrenuntergrundmagnetschwebebahn, kurz RUMBA, ersonnen, die bislang allerdings nur als Idee existiert. In der Designstudie ist aber schon einiges zu sehen: Bis zu sechs Personen fahren in eiförmigen Kapseln auf einer Ober- und einer Unterschiene durch Tunnel von etwa zwei Metern Durchmesser, und zwar mit 80 km/h im Nah- und zackigen 400 km/h im Fernverkehr. Die Benutzer leihen sich die Kapseln aus und können damit bis vor das eigene Haus oder zu einer öffentlichen Anschlussstelle fahren. Damit, so Bruch, „entspricht das Konzept weitestgehend unserem heutigen Individualverkehrssystem.“ Einige Probleme hat Bruch zwar angedacht, konnte sie aber nicht letztlich lösen: „Die Gestaltung der Innenausstattung ist so zu wählen, dass Tunnelkoller möglichst nicht aufkommen kann“, heißt es – nicht gerade beruhigend – in seinem Konzept.
Alles ohne Fahrer
Wie bei Bruch ist die Fahrerlosigkeit ein Kernpunkt vieler Verkehrsvisionen – und etlicher bereits bestehender Transportmittel. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol bestellen Fluggäste schon heute vom Parkplatz aus per Knopfdruck einen automatisierten Bus zum Terminal. Das System ist nicht Bus und nicht Taxi, sondern definiert eine neue Art der Mobilität zwischen öffentlich und individuell.