Web.de erhofft sich Wachstumsschub von neuem Aufsichtsrat
Klaus-Dieter Scheurle, ehemaliger Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, soll in den Aufsichtsrat des Internetportalbetreibers gewählt werden.
Der Internetportalbetreiber web.de erhofft sich von der angestrebten Wahl Klaus-Dieter Scheurles in den Aufsichtsrat einen Wachstumsschub. Der ehemalige Präsident der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation sei ein "ausgewiesener Experte in der Telekommunikation sowie ein exzellenter Wirtschaftsfachmann", sagte Vorstandsmitglied Matthias Hornberger in einem Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Hornberger bekräftigte auch das Ziel von web.de, in diesem Jahr ein positives Netto-Ergebnis vorzulegen.
Im Hinblick auf die künftige Geschäftslage von web.de geht Hornberger laut dpa sowohl von einer deutlichen Erholung des Werbemarktes als auch von einem kontinuierlichen Wachstum der digitalen Dienste aus. Mit der Kandidatur von Scheurle will das Unternehmen nach eigenen Angaben die strategische Ausrichtung auf den Ausbau von Internet-Telekommunikationsdiensten unterstreichen. Web.de will dieses Jahr in jedem Quartal schwarze Zahlen schreiben.
Scheurle wird sich auf der ordentlichen Hauptversammlung von web.de am 17. Juli als Mitglied des Aufsichtsrats zur Wahl stellen. Scheurle werde "sehr gute Hinweise über die internationale Vermarktung" der Telekommunikationsprodukte von web.de geben können, sagte Hornberger weiter. Scheurle soll das ehemalige Vorstandsmitglied von Siemens Nixdorf, Peter Page, im Aufsichtsrat ersetzen. Nach seiner Tätigkeit als Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post war Scheurle in die Geschäftsleitung der Credit Suisse First Boston Europe gewechselt. Geschichte schrieb Scheurle am 17. August 2000: Als bei der deutschen Auktion um die begehrten UMTS-Mobilfunklizenzen nach 173 Runden der Hammer fiel, hatte der damalige RegTP-Chef den Bund um knapp 100 Milliarden Mark reicher gemacht. Für Aufmerksamkeit unter den Internet-Nutzern sorgte die Regulierungsbehörde unter Scheurles Leitung auch durch die Entscheidung zur Großhandels-Flatrate, die von den Gerichten allerdings kassiert wurde und der auch in darauf folgenden Verfahren kein Erfolg beschieden war. (jk)