Oracle wirbt für PeopleSoft-Übernahme

Oracles Deutschland-Chef sieht Betreuung für PeopleSoft-Produkte für eine Dekade gesichert.

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  • dpa

Oracle wirbt in Deutschland um Vertrauen für die geplante Übernahme des Konkurrenten PeopleSoft. "Die Betreuung der PeopleSoft-Anwendungen ist für mindestens eine Dekade gesichert", sagte Oracles Deutschland-Chef Rolf Schwirz am Dienstag in München. Er wolle schon in Kürze auf die PeopleSoft-Kunden zugehen. Die mögliche Übernahme könnte sich allerdings wegen Kartellproblemen deutlich verzögern. Das US-Justizministerium richtete eine zweite Informationsanforderung an Oracle. PeopleSoft bekräftigte seine Ablehnung der Übernahmeofferte.

Das US-Justizministerium will mit der neuen Anfrage klären, ob eine Übernahme gegen das Kartellrecht verstößt. "Wir waren angesichts der Größe und Reichweite der Transaktion nicht überrascht", erklärte Oracle-Sprecher Jim Finn. Man sei jedoch weiter optimistisch, dass die Übernahme genehmigt werde. Oracle hatte dem Konkurrenten eine Kaufofferte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro) gemacht. Auch bei einem Zusammenschluss der beiden Firmen bliebe SAP Marktführer.

PeopleSoft kritisierte in einem Brief an die Anteilseigner erneut, die Offerte sei zu niedrig. Es sei zudem nicht unwahrscheinlich, dass die Wettbewerbsbehörden die Übernahme abweisen. Die Fülle an Ungeklärtheiten könne dem Unternehmen, den Kunden und auch den Mitarbeitern erheblich schaden.

Zu den Auswirkungen einer möglichen Fusion auf Oracle Deutschland wollte sich Schwirz nicht im Detail äußern. "Ich kann nicht sagen, welche Marktanteile wir dazugewinnen werden, weil wir uns damit im Detail nicht auseinander gesetzt haben." Im vergangenen Jahr steigerte Oracle den Umsatz in Deutschland um zwei Prozent auf 446 Millionen Euro.

Im Bereich Beratung müssen allerdings die Kapazitäten wegen schwacher Nachfrage deutlich reduziert werden. "Wir haben uns in diesem Bereich zu stark auf uns selbst und nicht auf die Kunden bezogen", sagte Schwirz. Im Zuge der Umstrukturierungen würden bis Ende August rund 200 Stellen abgebaut, was einem Drittel der Angestellten in diesem Bereich entspreche. Oracle beschäftige dann in Deutschland knapp 1400 Mitarbeiter. "Es gibt keine Planung, die Anzahl der Mitarbeiter weiter zu reduzieren", betonte Schwirz. Im kommenden Geschäftsjahr wolle Oracle in Deutschland erneut ein Umsatzwachstum von rund zwei Prozent erreichen. (dpa) / (tol)