Abschluss-Party: Neuzulassungen im September 2009
Nach neun Monaten sind schon fast drei Millionen Pkw verkauft worden, fast so viel wie im gesamten Jahr 2008. Am Ende des Jahres könnten gut 3,5 Millionen Autos stehen
- Gernot Goppelt
Hannover, 12. Oktober 2009 – Ab jetzt beginnt die Kür. Schon Ende September, drei Monate vor Ende des Jahres, sind mit knapp drei Millionen fast so viele Pkw verkauft worden wie im gesamten Jahr 2008. Dennoch wäre es jetzt zu einfach, kurzerhand hochzurechnen. Fast vier Millionen Exemplare müssten es dann bis Ende des Jahres werden, das klappt natürlich nicht. Zwar zeigte der September noch einmal ein leichtes Aufbäumen – da hat es dank Abwrackprämie wohl auch viele Auslieferungen von Autos gegeben, die eine längere Wartezeit hatten. Und gerade bei gefragten Modellen wie dem Golf mag das auch noch ein wenig so weiter gehen.
Nach der Prämie
Doch es wird ruhiger werden, jetzt kommen nur noch die Nachzügler, der Prämientopf ist leer. Manche Marktbeobachter erwarten für den Rest des Jahres sogar schlechtere Absatzzahlen als in den Vorjahren. Der Grund: Interessenten, die nicht von der Abwrackprämie profitieren konnten oder wollten, warten jetzt erst einmal den Frühling ab. So zynisch es klingen mag: Sie hoffen darauf, dass die Not der Autohändler steigt und bis dahin die Preise weiter sinken. Einige Automobilhersteller versuchen, das Gröbste zu verhindern, indem sie bereits jetzt großzügige Sparprogramme auflegen.
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Im September hatten die Zulassungsstellen dank Abwrackprämie noch einmal ordentlich zu tun.
In nüchternen Zahlen waren die Zulassungszahlen im September noch einmal hervorragend. Über 316.000 Pkw wurden verkauft, wie derzeit üblich vor allem kleinere Fahrzeuge. Im bisherigen Jahresverlauf konnten einige Hersteller ihren Absatz deswegen sogar verdoppeln. Die höchsten Zuwachsraten verbuchten laut Kraftfahrbundesamt Lada (+140 %), Hyundai (+118 %) und Fiat (+97 %). Aber auch deutsche Hersteller, wie Ford (+39,2 %), VW (+34,0 %) und Opel (+32,4 %) gingen mit deutlichen Zugewinnen in die Zwischenbilanz ein. Diese drei können sich besonders freuen, weil bei ihnen die absoluten Zugewinnen natürlich viel höher sind, als es Prozentzahlen aussagen können. Mercedes (-17,0 %), Porsche (-10,0 %) und BMW (-9,1 %) verloren dagegen wieder – freilich nicht nur, weil ihnen die Abwrackprämie wenig bringt. Ihre Verluste sind vor allem auf den schwächelnden Absatz von Dienstwagen zurückzuführen. Die größten Einbrüche haben die ausländischen Marken Saab (-64,8 %), General Motors (-57,9 %) und Chrysler (-47,3 %) hinzunehmen.